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Wie Maik Kettlitz von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd informiert, sind beim Blitzermarathon am Mittwoch 33445 Fahrzeuge in Südbrandenburg von der Polizei und den Ordnungsämtern der Kommunen auf ihre Geschwindigkeit kontrolliert worden. 1331 Autofahrer und Autofahrerinnen sind zu schnell unterwegs gewesen. Das ist ein Anteil von vier Prozent.

Das ist aus Sicht der Polizei und mit Blick auf die teils schweren Unfälle mit Verletzten und Getöteten durch überhöhte Geschwindigkeit immer noch zu viel.

Mehr Tote durch zu schnelles Fahren

„Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist weiterhin die Hauptunfallursache mit teils drastischen Folgen. Im vergangenen Jahr registrierten wir mehr geschwindigkeitsbedingte Unfälle mit mehr Verletzten und Getöteten als im Jahr zuvor“, sagte Brandenburgs Polizeipräsident im Vorfeld des Blitzermarathons.

 Im Vorjahr gab es in Brandenburg 3636 Geschwindigkeitsunfälle (+2,2 Prozent), bei denen 1768 Menschen verletzt wurden (+18,3 Prozent). Die Zahl der Todesopfer mit Geschwindigkeit als Hauptunfallursache stieg im vergangenen Jahr im Land Brandenburg von 42 auf 54. Die von der Polizei festgestellten Geschwindigkeitsverstöße sind 2018 um fast 15 Prozent auf 1,83 Millionen gestiegen.

Der traurige Spitzenreiter des diesjährigen Blitzermarathons war ein Autofahrer, der auf der B 169 zwischen Neupetershain Nord und Cottbus unterwegs gewesen ist. Statt mit den vorgeschrieben 50 km/h zu fahren, donnerte er mit 110 Stundenkilometern vorbei an der Kontrollstelle. 280 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Führerscheinentzug hat sich der Raser sind die Quittung dafür.

Doppelt so schnell vor Cottbuser Grundschule

Den schnellsten Fahrer des Tages in der Stadt Cottbus hat die Polizei vor der Lakomy-Grundschule in Groß Gaglow erwischt. Mit 68 Stundenkilometern statt mit den vorgeschriebenen 30 km/h war ein Transporterfahrer unterwegs. Auch dieser muss sich nach Angaben der Polizei erstmal von seinem Führerschein verabschieden.

Lesen Sie hier: Zahlen vom Blitzermarathon in Cottbus

Rückwärts statt vorwärts

In Bestensee ist es für einen 76-Jährigen ganz dumm gelaufen. Eigentlich wurde der BMW des Berliners nur wegen der Beleuchtung kontrolliert. Als der Mann dann nach Beendigung der Kontrolle losfahren wollte, tat er dies aus unerfindlichen Gründen nicht vorwärts, sondern rückwärts und fuhr direkt in den Streifenwagen der Polizei.

Die Polizeibeamten machten daraufhin noch einen Alkoholtest. Ergebnis: 0,34 Promille. Wie Maik Kettlitz von der Pressestelle der PD Süd erklärt, werden alkoholbedingte Ausfallerscheinungen ab einem Wert von 0,3 Promille - und gegen einen Streifenwagen fahren ist eine Ausfallerscheinung - als Unfallstraftat behandelt. Laut Paragraf 316 Strafgesetzbuch kann dies eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe nach sich ziehen.