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| 12:36 Uhr

13 Verletzte bei Wohnungsbrand zu Silvester in Lübben

Rauchspuren an den Balkonen. Die Wohnung im Erdgeschoss in der Theodor-Fontane-Straße in Lübben-Nord hat gebrannt. Verbrannter Hausrat liegt auf dem Hof.
Rauchspuren an den Balkonen. Die Wohnung im Erdgeschoss in der Theodor-Fontane-Straße in Lübben-Nord hat gebrannt. Verbrannter Hausrat liegt auf dem Hof. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben/Cottbus. Am Silvesterabend ist in Lübben eine Wohnung ausgebrannt. Rettungskräfte behandeln 13 Menschen, sechs kommen ins Krankenhaus. Wehren und Rettungsdienste rücken in der Region mehr als 500 Mal aus. Die Polizei meldet Sachbeschädigungen und mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungen. oht

Bei dem Brand einer Wohnung in Lübben sind nach Angaben der Leitstelle Lausitz vom Neujahrstag 13 Menschen wegen Verdachts auf Rauchgas-Vergiftung von Rettungskräften behandelt worden. Sechs Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte Ralf Knieschke, Lagedienstführer in der Leitstelle, am Sonntag LR-Online. Bei den ins Krankenhaus gebrachten Brandopfern handelt es sich laut Polizei um vier Erwachsene und zwei Kinder.

Die Feuerwehr und die Rettungsdienste seien am Silvesterabend gegen 21 Uhr zu dem Löscheinsatz in einem Mehrfamilienhaus gerufen worden, hieß es weiter. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr der Stadt Lübben außerdem die freiwilligen Wehren aus den Ortsteilen Steinkirchen, Lubolz und Radensdorf.

Zwei weitere, über der brennenden Wohnung liegende Wohnungen seien durch die Rauchentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte Knieschke weiter. Die Wohnungen mussten evakuiert werden. Die Ursache des Brands sei noch unklar, die Kriminalpolizei ermittle, sagte Ralph Meier, Sprecher der Polizeidirektion Süd in Cottbus, am Sonntagnachmittag. Die ausgebrannte Wohnung sei nicht mehr bewohnbar.

Insgesamt rückten die Feuerwehren und Rettungsdienste im Bereich der Leitstelle Lausitz im Süden Brandenburgs zwischen Silvestermorgen und Neujahrsmorgen mehr als 500 Mal aus. Das seien in etwa so viele Einsätze wie in den Vorjahren gewesen, sagte der Lagedienstführer in Cottbus am Sonntag. In Sachsen - Landkreise Görlitz und Bautzen - meldete die Polizei 20 kleinere Brände.

Sachbeschädigungen und Körperverletzungen zu Silvester - das sagt die Polizei:

Das Silvester-Wochenende verlief aus polizeilicher Sicht eher ruhig. "Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden", sagte Ralph Meier, Sprecher der Polizeidirektion Süd in Cottbus am Sonntag LR-Online. Die Direktion ist für die Landkreise Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie die Stadt Cottbus zuständig.

Es habe ein knappes Dutzend Anzeigen wegen Sachbeschädigungen gegeben, meist durch Silvesterknaller zum Beispiel an Briefkästen oder Fenstern. Am Montag, dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr, kämen erfahrungsgemäß noch weitere Anzeigen hinzu, da viele Firmen- und Geschäftsinhaber erst dann mögliche Schäden feststellten, sagte der Polizeisprecher.

Er sprach auch von einigen Anzeigen wegen Körperverletzung im südlichen Brandenburg, an denen zum Teil alkoholisierte Personen beteiligt gewesen sein. "Alles kleinere Rangeleien", schwere Verletzungen seien der Polizei nicht bekannt geworden, sagte Meier.

Eine Spur der Verwüstung hinterließen allerdings bislang unbekannte Täter in einem Netto-Verbrauchermarkt in Peitz (Spree-Neiße). Sie seien in der Nacht von Freitag auf Silvester in den Markt eingebrochen und hätten offenbar erfolglos nach Bargeld gesucht und dann ihrer Wut freien Lauf gelassen, sagte der Polizeisprecher. Wegen der Schäden habe der Netto-Markt am 31. Dezember nicht öffnen können.

In den sächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen seien zu Silvester und in der ersten Nacht des neuen Jahrs seien 161 Notrufe eingegangen, überwiegend sei es um Schlichtung von Streitigkeiten gegangen. Polizeibeamte hätten im Bereich der Landkreise Görlitz/Bauten 17 Strafanzeigen wegen Sachbeschädigungen und 13 Anzeigen wegen Körperverletzungen aufgenommen, hieß es in einer Mitteilung vom Neujahrstag.

Feuerwehr und Rettungseinsätze - erste Bilanz in Brandenburg und Sachsen:

Cottbus: Die Feuerwehr meldet 74 Einsätze aus der Silvesternacht. Darunter einen Küchenbrand im Cottbuser Stadtteil Schmellwitz. Dort sei ein Feuerwerkskörper am Samstag durch das geöffnete Fenster geflogen. Die Bewohner hätten den Brand vor Eintreffen der Feuerwehr selbst gelöscht.

Insgesamt habe es in Cottbus zwölf Brandeinsätze und acht Rettungseinsätze gegeben. In den Stadtteilen Sandow, Ströbitz und Mitte habe es auf Balkonen gebrannt. Dabei sei eine Person vor Ort wegen Verdachts auf Rauchgas-Vergiftung versorgt worden, sagte Lagedienstführer Knieschke LR-Online.

In der Breiten Straße habe die Feuerwehr Cottbus einen brennenden Pkw gelöscht. Die Höhe des Sachschadens war am Sonnntagmittag noch unklar. Außerdem hätten "diverse Müll- und Wertstoffcontainer" gebrannt.

Spree-Neiße: Zu Silvester brannte laut Leitstelle Lausitz das Dach eines leerstehenden Rewe-Supermarkts in Forst. Der Brand konnte gelöscht werden, ehe er auf das komplette Gebäude übergriff, die Höhe des Sachschadens war am Sonntagmittag noch unbekannt.

Für den gesamten Spree-Neiße-Kreis meldet die Feuerwehr fünf Brandeinsätze zum Jahreswechsel. In Spremberg brannte es auf einem Balkon. Auch in Burg brannte es, dort ging ein Heuschober in Flammen auf.

Oberspreewald-Lausitz: Für diesen Landkreis meldet die Leitstelle Lausitz neun kleinere Brände. So ging ein Carport in Senftenberg in Flammen auf, die Höhe des Schadens war zunächst unbekannt.

Dahme-Spreewald: Außer dem Wohnungsbrand mit 13 Verletzten in Lübben gab es acht kleinere Brandeinsätze der örtlichen Feuerwehren. In Schlepzig brannte zu Silvester ein Schuppen.

Elbe-Elster: Die Feuerwehr rückte zweimal zu Brandeinsätzen in Finsterwalde aus, es brannte jeweils ein Müllcontainer.

Übriges Brandenburg: Der Übergang ins Jahr 2017 ist im übrigen Brandenburg aus Sicht der Regionalleitstellen vergleichsweise ruhig und ohne dramatische Notfälle verlaufen. Mehrere Menschen seien bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern verletzt worden, hieß es am Sonntag.

Die Betroffenen erlitten den Angaben zufolge Kopfplatzwunden sowie Augen- und Handverletzungen. Solche Vorfälle habe es unter anderem in Werder (Potsdam-Mittelmark) und Brandenburg/Havel gegeben. In der Prignitz seien bei einem Einsatz wegen Feuerwerkskörpern zwei Verletzte in ein Krankenhaus gebracht worden.

Sächsische Oberlausitz - Landkreise Görlitz und Bautzen: Die Polizei meldet 20 kleinere Brände ohne Personenschäden. Überwiegend seien Mülltonnen oder Container sowie Gestrüpp in Brand geraten, teilte die Polizei am Neujahrstag mit.