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13 Jahre für Totschlag an Ehefrau

Cottbus. Weil er in Senftenberg seine Ehefrau getötet hat, ist ein 32-jähriger Tschetschene zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus bestrafte den Asylbewerber allerdings nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags. Jan Augustin

Die 1. Große Strafkammer folgte damit zum Teil der Forderung der Staatsanwaltschaft, die während der Beweisaufnahme vom ursprünglich erhobenen Mordvorwurf abrückte und 14 Jahre Haft für die Tat für gerecht hielt.

Der teils geständige Verurteilte hatte im November vergangenen Jahres in einer Senftenberger Wohnung zunächst mehrfach mit einem Messer auf seine Ehefrau eingestochen. Danach warf er die fünffache Mutter kopfüber aus dem Badfenster im zweiten Stock. Als die damals 27-Jährige noch lebendig am Boden lag, durchschnitt er ihr die Kehle, was zum Tod führte. Das Motiv für die grausame Tat war Eifersucht. Der aus sehr einfachen Verhältnissen stammende Tschetschene mit muslimischem Glauben sei davon ausgegangen, seine Frau habe ein Verhältnis mit einem Bekannten der Familie gehabt. Aus objektiver Sicht und nach hiesigen Wertvorstellungen sei das ein niederer Beweggrund, der eine Verurteilung wegen Mordes zur Folge gehabt hätte, erklärte der Vorsitzende Richter Frank Schollbach. Die Kammer habe allerdings Zweifel am Vorliegen der subjektiven Voraussetzungen für die Erfüllung des Mordmerkmals. Die setze voraus, "dass der Angeklagte die tatsächlichen Umstände, die die Niedrigkeit seiner Beweggründe ausmacht, auch erkannt hat", sagte Schollbach. Der Verurteilte aber sei in seinem muslimischen Glauben verhaftet, den er sein Leben lang gelebt hat. Lausitz Seite 2