Da sich vor allem bei den ausländischen Studenten viele Einschreibungen verzögern, liegen der Hochschulleitung erst Ende November endgültige Zahlen vor. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass die 7000er-Marke gesprengt wird. "Damit wäre dann wohl auch die Grenze unserer Tragfähigkeit erreicht", sagte Uni-Präsident Walther Ch. Zimmerli bei der feierlichen Immatrikulation der "Erstis".

Vor allem die doppelten Abiturjahrgänge und der Wegfall der Wehrpflicht haben zu diesem Anstieg der Studierendenzahlen geführt. "Und das, obwohl wir bereits fünf Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen belegt haben", so Zimmerli. Um die Qualität der Lehre nicht zu gefährden, schloss er weitere Zulassungsbeschränkungen nicht aus - und nutzte die Gelegenheit zu einem verbalen Schlagabtausch mit der Landesregierung. Zum wiederholten Male kritisierte er, dass das Wissenschaftsministerium in Potsdam der BTU Rücklagen in Höhe von 3,66 Millionen Euro gestrichen hat und weitere zwei Millionen Mittelstreichungen im Raum stehen. Zudem muss die Universität trotz steigender Studentenzahlen 28 Professorenstellen abgeben.

Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt hörte der freundlich verpackten Kritik gelassen zu - und konterte. "Wir müssen uns im Land bis 2020 auf 20 Prozent weniger Haushaltsmittel einstellen", erklärte er. "Eine Universität muss in der Lage sein, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen, so wie jedes andere Unternehmen auch." Im Übrigen riet er, zunächst die Ergebnisse der brandenburgischen Hochschulkommission abzuwarten, die Ende November ihre Sparvorschläge vorlegen wird.

Die Zuhörer und Zuschauer im Publikum folgten diesem politischen Geplänkel, ohne die letzten Hintergründe verstehen zu wollen. Sie hatten mit ihren eigenen Zukunftsplänen genug zu tun.

Kevin Höfner etwa, der sich für den Studiengang Physik entschieden hat. Er kommt aus Cottbus, hat sein Abitur auf dem Steenbeck-Gymnasium abgelegt. Was er mit seinem Studium später einmal anfangen möchte? "Das weiß ich noch nicht. Erst mal studieren, dann weitersehen." Weiter in seiner akademischen Laufbahn ist Ahmed Elnaggar aus Ägypten. Er studiert Power Engineering und wurde für seine harte Arbeit und sein profundes Wissen mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes geehrt. Elnaggar widmete seine Rede den Menschen, die in Libyen und Syrien für Demokratie demonstrieren.