160 weitere Pilger wurden bei dem Anschlag verletzt, etwa 50 Menschen schwebten den Angaben zufolge in Lebensgefahr. Zwei Selbstmordattentäter zündeten nach Angaben eines Polizeisprechers bei dem Anschlag nahe der Stadt Nadir südlich von Hilla ihre Sprengstoffgürtel inmitten einer Gruppe von Gläubigen. Bei weiteren Anschlägen in Bagdad und nahe der Stadt Latifijah starben mindestens 28 schiitische Pilger.
Im Irak sind zurzeit zehntausende schiitische Gläubige zu Fuß und per Auto in die heilige Stadt Kerbela unterwegs. Das macht sie zu leichten Zielen für sunnitischen Extremisten. In Kerbela wollen die Pilger ab morgen an den Tod ihres Imams Hussein erinnern, der im Jahr 680 von der sunnitischen Omaijaden-Dynastie getötet wurde.

Neun US-Soldaten sterben
Bei zwei Anschlägen auf die US-Armee kamen neun US-Soldaten ums Leben. Die tödlichen Angriffe ereigneten sich bereits am Montag in den Provinzen Salaheddin und Diyala. Wie die US-Armee gestern mitteilte, wurden sechs Soldaten getötet, als ihr Konvoi eine Straße in der Provinz Salaheddin passierte, an deren Rand eine Bombe explodierte. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden. Bei einem ähnlichen Vorfall in der Provinz Dijala wurden drei US-Soldaten getötet, wie die Armee in einer weiteren Erklärung mitteilte. Dabei sei ein Soldat verletzt worden. Die nördlich von Bagdad gelegene Provinz Salaheddin mit ihrer Hauptstadt Tikrit ist eine Hochburg der Anhänger des hingerichteten irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein. Die Provinz Dijala nordöstlich der irakischen Hauptstadt ist geprägt von Gewalttaten zwischen Schiiten und Sunniten.

Unmengen Munition gefunden
In Bagdad wurden indes die Bauarbeiten zur Errichtung eines US-irakischen Sicherheitspostens am Rande des Stadtteils Sadr-City fortgesetzt. Bei ihren Durchsuchungen in der irakischen Hauptstadt beschlagnahmten irakische und US-Soldaten in der vergangenen Woche mehr als zehnmal so viele Waffen und Munition wie in der Vorwoche. Laut US-Armee wurden mehr als 21 000 Schuss Munition für leichte Waffen und 937 Mörsergranaten beschlagnahmt.
Indes teilten die Vereinten Nationen mit, künftig von Jordanien aus ihre Bemühungen um die irakischen Flüchtlinge zu koordinieren. Das neue UN-Büro in Amman werde sich mit dem "ernsten und zunehmenden humanitären Problem" im Irak beschäftigten, erklärte der zuständige UN-Vertreter John Holmes in New York.
Nach dem Skandal um die mangelhafte Versorgung verwundeter US-Soldaten ordnete Präsident George W. Bush die Einrichtung einer Untersuchungskommission an. Die neunköpfige Gruppe soll Wege zur Verbesserung der medizinischen Behandlung von im Irak und Afghanistan verletzten US-Soldaten erarbeiten, ließ der Präsident gestern über seine Sprecherin Dana Perino mitteilen. Die Gruppe soll von dem ehemaligen republikanischen Senator Bob Dole und der ehemaligen demokratischen Gesundheitsministerin Donna Shalala geleitet werden und bis zum 30. Juni einen Bericht vorlegen.

Maßnahmen zur Soforthilfe
Gleichzeitig soll sich eine spezielle Einsatzgruppe um die Erarbeitung von Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Situation der Soldaten kümmern. Die Führung der Einsatzgruppe soll der Minister für Kriegsveteranen, Jim Nicholson, übernehmen. Die Einsatzgruppe will heute zum ersten Mal im Weißen Haus zusammenkommen. Bush traf gestern zudem die Doppelspitze der neunköpfigen Untersuchungskommission. (AFP/ab)