"Seit die Bauarbeiten begonnen haben, geht es zügig voran", freut sich der Leiter des Regionalschulamtes Bautzen, Hans-Bernd Deutschmann. Und tatsächlich kann sich der Baufortschritt an dem großen Gebäudekomplex, der früher das Sorbische Institut für Lehrerbildung (SifL) beherbergte, sehen lassen: Im Juni erfolgte der offizielle erste Spatenstich, vor wenigen Tagen konnte bereits das Richtfest gefeiert werden.
"Die Arbeiten liegen exakt im Plan", konstatiert auch der "Bauherr" des Vorhabens, der Bautzener Landrat Michael Harig. So wurde bereits die Isolierung des Mauerwerkes erneuert, ebenso das Dach. Im April des kommenden Jahres soll der Innenausbau beginnen, und im Dezember 2007 plant der Landkreis Bautzen die Fertigstellung des Vorhabens.
"Mit dem Sorbischen Schul- und Begegnungszentrums entsteht etwas sachsen- wenn nicht gar deutschlandweit Einmaliges", erklärt Michael Harig. In der Einrichtung sollen nämlich die Sorbische Grund- und Mittelschule sowie das Sorbische Gymnasium ihr Domizil unter einem Dach beziehen. Bislang waren die drei Einrichtungen an verschiedenen Standorten in der Stadt Bautzen verstreut. "Durch die Zusammenführung an einem Standort erhoffen wir uns bedeutende Synergieeffekte für den Erhalt und die Pflege der sorbischen Sprache und Kultur", betont der Bautzener Landrat und weiß sich damit einer Meinung mit dem Domowina - Bund Lausitzer Sorben e. V. Wie der Name schon sagt, soll das Zentrum nicht nur dem Unterricht, sondern auch als Stätte der Begegnung zwischen den Generationen dienen.
Allerdings musste der Landkreis Bautzen einen langwierigen Kampf führen, bevor der Ausbau überhaupt beginnen konnte. "Schon 2000 gab es die ersten Ideen für die Errichtung eines solchen Zentrums", erinnert sich Landrat Michael Harig. Lange Zeit gab es Uneinigkeit innerhalb des Kreistages, ob ein solches Zentrum in den Rahmen des Schulnetzplanes "passen" würde. Außerdem "wackelte" lange Zeit die Höhe der Förderung durch den Freistaat Sachsen. "Mit der Regelförderung von 50 Prozent hätten wir das Projekt nicht stemmen können", weiß der Bautzener Landrat.
Erst im Februar 2006 traf die erlösende Nachricht aus Dresden ein, dass der Freistaat Sachsen bereit sei, fünf der benötigten 7,1 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. "Dabei handelt es sich bereits um eine abgespeckte Variante", so Michael Harig, "Ursprünglich waren zwölf Millionen Euro vorgesehen."
In dem Schulzentrum sollen einmal bis zu 1000 Schüler Platz finden. Den Rest der Bausumme teilen sich der Landkreis und die Stadt Bautzen.