Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) von gestern wird einem 49-Jährigen aus Gartz (Uckermark) vorgeworfen, mindestens 100 Rinder ohne Untersuchung auf die Rinderseuche BSE geschlachtet zu haben. Bei seiner Vernehmung habe der Mann angegeben, drei Tiere als Hundefutter verkauft und bei neun Rindern "aus Versehen" keinen Test-Stempel angebracht zu haben.
Der Verbleib der restlichen Tiere, die in den Jahren 2001 bis 2003 geschlachtet worden sein sollen, ist bislang unklar. Es bestehe der Verdacht, dass "das Fleisch in den Handel kam", sagte die Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA), Bärbel Cotte-Weiß.
Auch der Schlachter aus Steintoch (Märkisch-Oderland), gegen den seit gut drei Wochen ermittelt wird (die RUNDSCHAU berichtete), hat nach neuesten Erkenntnissen wesentlich mehr Tiere illegal geschlachtet, als bisher bekannt. Der 38-Jährige soll bereits im Jahr 2001 etwa 40 Rinder ohne BSE-Test getötet haben, im Folgejahr 66. Bisher waren in seinem Fall 118 Schwarzschlachtungen aus dem Jahr 2003 bekannt geworden. Auch in diesem Fall hat das LKA den Verdacht, dass "etliche Tonnen" des Fleisches für den menschlichen Verzehr vertrieben wurden.
Am 9. Januar hatte das Agrarministerium in Potsdam bekannt gegeben, dass im vergangenen Jahr in Brandenburg 181 Rinder ohne Test auf die Rinderseuche BSE getötet wurden. Ein Großteil der Tiere sei zu Hundefutter verarbeitet oder zur Wildfütterung verwendet worden. Auch in diesen Fällen ist jedoch ein BSE-Test vorgeschrieben. (dpa/ta)