Jedes Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, und jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Das hat das Amtsgericht Heidelberg entschieden (Az.: 31 F 15/14), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

In dem Fall waren die Eltern der beiden Söhne nicht miteinander verheiratet. Das Paar hatte das gemeinsame Sorgerecht. Als die Frau mit den Kindern auszog, vereinbarten die Eltern ein Wechselmodell. Dabei lebten die Kinder abwechselnd in einem festen Rhythmus, zeitlich etwa gleich viel bei Mutter und Vater. Später wollte die Mutter jedoch, dass die Kinder bei nur einem Elternteil leben. Durch das Wechselmodell seien die Kinder zu stark belastet. Sie habe das Wechselmodell bisher nur geduldet. Der Vater wollte jedoch weiterhin daran festhalten.

Das Gericht folgte der Argumentation des Vaters und ordnete das Wechselmodell gegen den Willen der Mutter an. Das Argument der Mutter, dass die Wechsel Schwierigkeiten für die Kinder mit sich brächten, überzeugte das Gericht nicht. Bei allen Umgangsformen fänden Wechsel statt. Bei einem wöchentlichen Wechselmodell seien diese sogar auf ein Minimum reduziert. Den Kindern bringe dies erhebliche Vorteile. Es gebe weniger Loyalitätskonflikte, die Kinder könnten eine gleichmäßige emotionale Bindung zu beiden Eltern aufbauen und auch unterschiedliche Rollenbilder erfahren.