Erste Untersuchungen der Technik im Gehege hätten keine Hinweise auf eine technische Panne ergeben, so Oberstaatsanwalt Heribert Beck am Freitag. Bei einem Arbeitsunfall im Allwetterzoo war am Donnerstag ein 56-jähriger Mann von einem Tiger angegriffen und durch einen Biss in den Nacken getötet worden.

"Der TÜV wird die Anlage nochmals überprüfen", sagte Beck am Freitag. Der Pfleger hatte nach bisherigen Erkenntnissen beim Füttern vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen. Der Amur-Tiger Rasputin konnte durch die offene Luke zurück ins Gehege gelangen, das das Opfer reinigen wollte.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Bisher gebe es aber, so Beck, keinen Anhaltspunkt für ein Fremdverschulden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die tödliche Tigerattacke hat eine neue Debatte über die Haltung von Raubtieren entfacht. Der Dompteur Christian Walliser, der vor Jahren einen Tiger angriff überlebt hatte, verteidigte die Arbeit der Tierparks. Einige Tigerarten lebten nur noch in Zoos und nicht mehr in freier Wildbahn, die Zoos trügen so auch zur Arterhaltung bei, sagte Walliser im Radiosender WDR 2. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hatte kritisiert, Tiger seien "höchst anspruchsvoll in der Haltung und potenziell extrem gefährlich".