Nach tagelangem Schneefall in der Region um die Niagarafälle macht sich bei den Betroffenen der Frust breit. In der am stärksten betroffenen US-Stadt Buffalo sind Tausende laut lokalen Medienberichten regelrecht in ihren Häusern gefangen. Ein Altenheim wurde evakuiert. Dächer drohten einzustürzen. Aus dem ganzen Staat New York wurden Rettungsmannschaften herbeigerufen. Durch den extremen Wintereinbruch starben bislang mindestens zehn Menschen, einige davon erlitten beim Schneeschippen einen Herzinfarkt.

"Holt uns hier raus!" zitierte die Zeitung "Buffalo News" zwei Schwestern. Wegen meterhohen Schnees könnten sie die Türen zu ihrem Zweifamilienhaus nicht öffnen. Sie hätten zwar genügend Wasser und Essen, und die Heizung laufe, aber: "Es reicht langsam."

Mehr als 5000 Menschen waren mittlerweile beim Schneeräumen im Einsatz. Nachdem Straßen und Wege passabel gemacht wurden, halfen Freiwillige, Dächer vom Schnee zu befreien, wie Mark Poloncarz vom Landkreis Erie County sagte.

In Buffalo lagen mancherorts fast zwei Meter Schnee. Am Freitag wurde starker Wind erwartet, der zu Schneeverwehungen führen könnte. Am Wochenende könnte es deutlich wärmer werden. Befürchtet wird, dass Schmelzwasser und Regen neue Probleme bereiten.

Wenn Schneemassen auf den Dächern nass werden, drohen Gebäude einzustürzen. "Der Schnee fungiert dann zunächst als Schwamm, der das Wasser erst einmal aufnimmt", sagte Poloncarz dem Sender CNN.

Im Großraum Buffalo stürzten zunächst bereits rund zwei Dutzend Dächer ein. Bei einem Familienbetrieb in der Ortschaft Eden kollabierten Gewächshäuser, Pflanzen im Wert von mehreren Millionen Dollar wurden vernichtet. "Wir haben so viel verloren", sagte der Inhaber der Zeitung "Buffalo News".

Im nordamerikanischen Profisport kam es wegen des überraschenden Wintereinbruchs zu Spielverschiebungen.