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Nach dem Prassen kommt das Fasten

Oberursel. Die Fastenzeit beginnt nach dem Aschermittwoch und dauert bis zum Osterfest. Fasten bedeutet generell, eine Zeit lang auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Mit frischer Tatkraft geht es dann in den Frühling. Alexandra Bülow

Die Methode nach Buchinger - benannt nach ihrem Erfinder Dr. Otto Buchinger: Nach einer gründlichen Darmreinigung wird fünf bis zehn Tage nichts gegessen, nur getrunken und leichter Sport getrieben. "Wer das erste Mal fastet, sollte sich einer Gruppe mit ärztlich geprüftem Fastenleiter anschließen", rät Andrea Chiappa von der Deutschen Fastenakademie in Oberursel.

Wer nicht auf das Essen verzichten, dennoch entsäuern und entgiften möchte, kann die Schrothkur in einer Kureinrichtung wählen. Namensgeber Johann Schroth entwickelte sein Naturheilverfahren vor mehr als 180 Jahren, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Die Kost besteht aus Getreidebreien mit Pflaumen oder Aprikosen sowie gedünstetem Gemüse. Täglich stehen Schwitzkuren mit feuchten Wickeln auf dem Programm, die die Ausscheidung anregen sollen. Außerdem wird an bestimmten Tagen getrunken, an anderen nicht.

Neue Kraft für den Darm soll die F.-X.-Mayr-Kur schenken, benannt nach ihrem Erfinder Franz-Xaver Mayr. "Sie ist im Grunde eine Darmsanierung und soll das Magen-Darm-System entlasten", erklärt Chiappa. Der Darm wird jeden Tag mit Glaubersalz durchgeputzt. Spezielle Bauchmassagen unterstützen das Ausscheiden. Besonderen Wert legt die Kur auf das richtige Kauen. "Für Menschen mit empfindlichem Magen ist diese Kur gut geeignet", erklärt Günther Gunzelmann vom Berufsverband Fasten und Ernährung in Stuttgart.

Für welche Methode man sich auch entscheidet - zwei Tage vor Fastenbeginn sollte nur noch leichte Kost, wie gedünstetes Gemüse und kein Fleisch und Alkohol, auf dem Speiseplan stehen.

Ein Ritual macht bei jeder Fastenmethode wenig Spaß: Der Darm muss gereinigt und entleert werden. Das geschieht mithilfe von Glaubersalz.

Da Fasten eine Umstellung für den Körper bedeutet, die oft mit Müdigkeit einhergeht, sollten Fastende sich in den ersten zwei Tagen Ruhe gönnen und am besten am Wochenende beginnen. Ab dem dritten Tag fühlen sich die meisten tatkräftig, dann sollte jeden Tag Bewegung auf dem Programm stehen. So bleiben die Muskeln aktiv und der Kreislauf stabil. "Wandern, Schwimmen, Radfahren oder leichtes Laufen sind ideal", rät Chiappa.

Zweieinhalb Liter Wasser und dünne Tees gehören täglich zum Fastenplan, dazu einmal am Tag Gemüsebrühe ohne das Gemüse. So soll der Körper die abgebauten Giftstoffe los werden. "Bei der Verstoffwechselung fallen stets Endprodukte an, die der Körper nicht abbauen kann und einlagert", erklärt Gunzelmann.

Fasten kann jeder Mensch, der gesund ist und keine verschreibungspflichtigen Medikamente nehmen muss. Für Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder metabolischem Syndrom (Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-/Kreislauferkrankungen) ist Heilfasten - ärztlich geleitetes Fasten - laut Gunzelmann der Königsweg zur Gesundheit. "Die Blutwerte verbessern sich deutlich."

"Aber auch über das Fasten hinaus kann man einiges in den Alltag mitnehmen: täglich ausreichend trinken und sich regelmäßig bewegen", stellt Andrea Chiappa fest.