Nach der Tötung des bekannten Löwen Cecil in Simbabwe zieht das Land drastische Konsequenzen: Ab sofort ist die Jagd auf Löwen, Leoparden und Elefanten auch außerhalb des Hwange-Nationalparks verboten. "Eine solche Jagd darf nur noch durchgeführt werden, wenn sie schriftlich vom Generaldirektor der zuständigen Parkbehörde genehmigt wurde und wenn die Jäger von Mitarbeitern des Parks begleitet werden", zitierte die Zeitung "New Zimbabwe" den Chefs der Parkbehörde.

Die Tötung des 13-jährigen Cecil hat in der vergangenen Woche weltweit Empörung ausgelöst. Das südwestafrikanische Land Simbabwe will die Auslieferung des Jägers aus den USA erreichen. Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer soll den Löwen, der als eine Art Wahrzeichen des Nationalparks im Nordwesten des Landes galt, mit einem Trick aus dem Park gelockt haben. Anschließend schoss er mit Pfeil und Bogen auf das Tier, das 40 Stunden qualvoll gelitten haben soll, bis Palmer es schließlich erschoss.

Speziell die Jagd mit Pfeil und Bogen sei mit sofortiger Wirkung untersagt, hieß es weiter. Der Parkbehördenchef Edison Chidziya betonte, die Behörde werde nicht zögern, Jäger, die die Anordnung missachteten, vor Gericht zu bringen.

Tierschützer weisen darauf hin, dass Jäger 2014 die Jagdtrophäen von elf Löwen legal nach Deutschland eingeführt haben. Das geht aus den Daten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor. Unter den Trophäen waren demnach auch 43 Schwarzbären, 36 Leoparden sowie sieben Afrikanische Elefanten und ein Eisbär. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge 325 geschützte, aber dennoch getötete Tiere legal nach Deutschland eingeführt.

Der in Simbabwe getötete Löwe Cecil hätte dem Bericht zufolge nicht als Jagdtrophäe nach Deutschland gebracht werden dürfen: "Der Löwe Cecil wäre nach unserer Rechtsauslegung der entsprechenden EU-Artenschutzverordnungen nicht nach Deutschland gekommen", zitierte die "Welt am Sonntag" den zuständigen BfN-Abteilungsleiter für Artenschutz, Dietrich Jelden. Nach seinen Worten hätte das BfN eine Einfuhr dieser Trophäe nicht genehmigt, weil der Löwe in einem Nationalpark beheimatet war.

Um geschützte Tiere als Trophäen nach Deutschland einführen zu können, benötigen Jäger eine entsprechende Genehmigung des BfN. "Jeder Einzelfall wird überprüft", sagte Jelden. "Der Jäger muss wahrheitsgemäße Angaben machen, wo und wann das Tier erlegt wurde. Außerdem muss eine Ausfuhrgenehmigung vorgelegt werden, die zeigt, dass es sich um eine legale und nachhaltige Jagd handelt."

Die Wilderei - Opfer sind vor allem Elefanten und Nashörner - hat Umwelt- und Tierschutzorganisationen zufolge in Afrika stark zugenommen. Dabei sterben jedes Jahr beispielsweise rund 30 000 Elefanten weltweit - Tendenz steigend.