Das wurde auf der zehnten Demonstrations-Quellmessveranstaltung deutlich, zu der sich die Arbeitsgemeinschaft "Regionales Wasser" in der "Alten Mühle" Zwietow (Gemeinde Luckaitztal) getroffen hat.

Das Niederschlagsdiagramm legt es an den Tag: 152 Liter Regen prasselten pro Quadratmeter im Monat Juli in der Region Calau nieder. Das ist das Dreifache der durchschnittlichen Niederschlagsmenge in einem Monat. Dem gegenüber steht der November mit fast schon beängstigenden 0,7 Litern Niederschlag pro Quadratmeter.

Keiner will sich ausmalen, wie sich diese mehrwöchige Sonnenschein- und Trockenperiode im Sommer ausgewirkt hätte. "Unser Interesse ist es, das kostbare Nass in der Region der Calauer Schweiz zu halten. Darüber hinaus besteht das Ziel, an Wasser gebundene Tiere bei Dürre einen Rückzugsraum zu geben", nennt Hans-Joachim Emmrich Ziele des ehrenamtlichen Wirkens.

Elf Naturfreunde führen regelmäßig Messungen an lokalen Gewässern durch, um ein schlüssiges Gesamtbild über den hiesigen Wasserhaushalt zu bekommen. Zum Besetzen von sieben Messstellen würden noch Freiwillige gesucht, erläuter Hans-Joachim Emmrich.

Anhand einer Demonstrationsmessung am Weißager Graben erklärten Ilona und Dietmar Balack den praktischen Ablauf einer Messung. Dabei kamen mit dem herkömmlichen Verfahren - Wasserauffangbehälter und Stoppuhr - auch der hydrotechnisch wirkende Seba-Universal-Messflügel F 1 zur Anwendung. Rund 850 Liter Wasser transportiert der Weißager Graben pro Minute in Richtung Spreewald, um dort mitzuwirken, wenn Kähne mit Touristen beladen durch die Lagunenlandschaft gestakt werden.

450 Liter pro Quadratmeter sprudeln an den Skeinzteichen zwischen Muckwar und Neudöbern, wo die Quelltätigkeit in den letzten Jahren nahezu explodierte. Zum Vergleich: beim Goldborn in Werchow, eine der bedeutendsten Quelle der Niederlausitz, sind es durchschnittlich 350 Liter.

Die fünf Teiche mit einer Gesamtwasserfläche von rund fünf Hektar haben sich zu einer Oase für die Tierwelt entwickelt. "Unser Hobby-Ornithologe, Wolfgang Seltmann aus Altdöbern, hat allein 82 Vogelarten gezählt, die diese Teichgruppe aufsuchen", berichtet Hans-Joachim Emmrich.

Die Gesamtentwicklung des Areals, wie auch der Zuzug seltener Fledermäuse, Amphibien und Insekten haben inzwischen den Nabu auf den Plan gerufen, der unmittelbar davor steht, die Skeinzteiche zu erwerben. "Im Grunde sind wir mit unserem Antrag durch und können schon bald den Kauf vermelden", sagt Bernd Elsner, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Calau.

Bei einem ihrer ersten Arbeitseinsätze haben Mitglieder zur Regulierung des Wasserniveaus eine Rohrverbindung verlegt und Dämme stabilisiert. Ziel ist es, Flora und Fauna dauerhaft zu stärken und dem regionalen Wasser eine Chance zu geben.