Bundesweit sind nach jüngsten Daten 73 Rudel und damit 13 mehr als im Vorjahreszeitraum bestätigt, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Donnerstag mit. Neue Erhebungen aus den Bundesländern zeigen auch einen Anstieg bei den Wolfspaaren von 21 auf aktuell 30. Die Auswertung des sogenannten Wolfsmonitoring für 2017/2018 ergab zudem drei sesshafte Einzeltiere.

Die meisten Tiere leben in Brandenburg, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen. Zum ersten Mal seit der Ausrottung der Art in Deutschland vor mehr als 150 Jahren ist auch ein Rudel in Bayern bestätigt.

„Die weiterhin positive Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland steht im starken Kontrast zum weltweit dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Dieser Erfolg zeige, dass Arten von einem strengen Schutz profitieren.

Besorgt zeigen sich hingegen Naturschützer. „So kritisiert der Nabu die steigende Zahl der illegalen Wolfstötungen. „Allein in diesem Jahr wurden bereits acht Wölfe mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Seit 2000 wurden damit bisher bundesweit 35 Tiere illegal geschossen“, so Sprecherin Marie Neuwald. Die Dunkelziffer illegaler Bejagung sei „mit großer Wahrscheinlichkeit viel höher“.

„Illegale Tötungen von Wölfen sind kein Kavaliersdelikt und gehören strengstens geahndet. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt NAabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Neben der Bedrohung durch menschliche Bejagung sei für viele Wölfe der Straßenverkehr die größte Gefahr: Alleine dieses Jahr kamen 50 Wölfe im Straßenverkehr zu Tode.

Verantwortlich für das Monitoring und Wolfsmanagement sind laut BfN die Länder, die dabei von dem Bonner Amt und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) unterstützt werden. Die Erhebung der jährlichen Daten vom 1. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres decken sich dem Naturschutzamt zufolge zeitlich mit einem biologischen „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

In diesem Jahr wurden 21 Wölfe in Brandenburg tot aufgefunden. 17 davon starben laut Landesamt für Umwelt bei einem Verkehrsunfall.