zu finden. Am Dienstagabend war es soweit - Schwiegervater und Schwiegersohn wollten sich im südwesttürkischen Badeort Didim an der Ägäis treffen. Doch als Ali K. sah, dass sein Schwiegervater nicht allein zu dem Treffen kam, bekam er es mit der Angst zu tun und stellte sich der Polizei. Flucht unter Vorwand Damit endete die Flucht von K., die kurz nach dem Verschwinden der achtjährigen Kardelen am 12. Januar begonnen hatte. Mit der Begründung, er wolle seinen kranken Vater im westtürkischen Aydin besuchen, hatte sich der 29-jährige K. zusammen mit seiner Frau Zehra von einem Bekannten zum Flughafen Köln-Bonn fahren lassen und war in die Ägäis-Stadt Izmir geflogen. Seit der vergangenen Woche wurde er von der Polizei in der Westtürkei gesucht. Auch Schwiegervater Ayaz machte sich auf die Suche, nachdem er erfahren hatte, dass der Mann seiner Tochter des Mordes beschuldigt wurde. Er besuchte Kardelens Eltern und versprach ihnen, K. zu finden. "Das war für mich eine Frage der Ehre", sagte er am Mittwoch der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Zusammen mit Bekannten heuerte Ayaz türkische Privatdetektive an und bildete eine eigene 20-köpfige "Ermittlungsgruppe". Die türkische und deutsche Polizei habe er informiert, sagte er. Ali K. war zusammen mit seiner Frau zunächst bei Verwandten in Aydin untergekommen. Als er hörte, dass er mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde, ließ er seine 24-jährige Frau bei der Familie zurück und machte sich alleine auf die Flucht, bevor die Polizei ihn finden konnte. Angeblich versteckte er sich im Haus einer Tante in Didim. Am vergangenen Sonntag gelang es Schwiegervater Ayaz, mithilfe der Familie des Gesuchten telefonischen Kontakt mit K. aufzunehmen und schließlich das Treffen in Didim zu vereinbaren. Schnelle Scheidung Für Ayaz ist der Fall mit der Festnahme von K. erledigt. Es gebe auf der ganzen Welt keinen glücklicheren Menschen als ihn, sagte er. Nun will er zusammen mit Zehra nach Deutschland zurückkehren - wo so schnell wie möglich die Scheidung eingeleitet werden soll. K. selbst muss nun mit einem Mordprozess in der Türkei rechnen. AFP/ig