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| 01:23 Uhr

Muss das Erbe ausgezahlt werden?

Meine Mutter ist im Dezember letzten Jahres verstorben. Sie war alleinige Besitzerin eines Grundstückes mit Haus. Ein Testament gibt es nicht. Die gesetzlichen Erben sind mein Vater, meine beiden Schwestern und ich. Eine meiner Schwestern will aber ausgezahlt werden. Michaela S. aus Cottbus

Die Eintragung als Miteigentümerin im Grundbuch lehnt sie ab. Stattdessen hat ihr Anwalt mit der Zwangsversteigerung gedroht. Wie ist die Rechtslage?
Es antwortet Notar Dietmar Böhmer: Fällt das Eigentum an einem Grundstück in den Nachlass, geht dieses mit dem Erbfall auf die Erben über, einer Eintragung im Grundbuch bedarf es zum Rechtserwerb nicht. Das Grundbuchamt kann allerdings die berichtigende Eintragung der Erben als nunmehrige Eigentümer erzwingen. Zur Berichtigung des Grundbuches bedarf es eines Antrages, der auch von einem Miterben allein gestellt werden kann.
Grundsätzlich kann jeder Miterbe verlangen, dass die Erbschaft unter den Erben aufgeteilt wird (Auseinandersetzung). Hat der Erblasser hierüber keine Bestimmungen getroffen und können sich die Erben nicht einigen, sind zunächst die Nachlassverbindlichkeiten zu bereinigen und dann der verbleibende Nachlass so aufzuteilen, dass jedem Miterben von jedem Nachlassgegenstand ein gleichartiger, durch die Teilung nicht wertgeminderter sowie seinem Anspruch angemessener Teil zugewiesen wird.
Soweit eine solche Teilung nicht möglich ist, ist der Nachlass nach besonderen Vorschriften zu versilbern; insbesondere Grundstücke sind zwangszuversteigern. Das Verlangen eines Miterben, die Auseinandersetzung durchzuführen, kann auch mittels Klage durchgesetzt werden.