Der Älteste, August Friedrich Graun, lebte von 1698 bis 1765. Er war Domkantor und Lehrer am Stiftsgymnasium in Merseburg. Der Zweitjüngste, Johann Gottlieb Graun, lebte von 1702 bis 1771 und arbeitete als preußischer Konzertmeister und Orchesterleiter in Berlin. Dem Jüngsten und Berühmtesten, Carl Heinrich Graun, hat das Museum ein Zimmer gewidmet, das einen Einblick in das Leben und Wirken des Komponisten gewährt.Am 7. Mai 1704 wurde Carl Heinrich Graun als jüngster Sohn August Grauns und seiner Frau Margarete geboren. Am 28. April 1714 wurde er an der Kreutzschule in Dresden aufgenommen, wo er durch seine schöne Stimme allgemeines Aufsehen erregte. Er wurde nicht nur in Gesang, sondern auch im Klavier- und Cellospiel unterrichtet.Er beendete die Schule 1721 und begann ab 1725 eine Karriere als Sänger an der Braunschweiger Oper. Ein Jahr später entstanden seine beiden Opern "Polydorus" und "Sancio und Sinilde". 1727 wurde er zum Vizekapellmeister in Braunschweig berufen. Carl Heinrich Graun wurde 1735 durch Kronprinz Ferdinand zum Kapellmeister in Rheinsberg ernannt. Fünf Jahre später berief ihn Friedrich II. zum Hofkapellmeister. Er arbeitete im neuen Königlichen Opernhaus Unter den Linden, das mit seiner Oper "Cleopatra e Cesare" am 7. Dezember 1742 eröffnet wurde. Am 26. März 1755 war sein berühmtestes Werk, die Passionskantate "Der Tod Jesu" im Berliner Dom erstmals zu hören. Anlässlich des Sieges preußischer Truppen bei Prag wurde die Oper "Te Deum" 1757 aufgeführt. Graun war zweimal verheiratet. Er hatte eine Tochter aus erster Ehe, die ebenfalls Sängerin wurde, sowie vier Söhne mit seiner zweiten Frau.Carl Heinrich Graun starb am 8. Mai 1759 in Berlin und wurde am 11. August in der St.-Petri-Gemeinde beigesetzt. Er komponierte mehr als 330 Opern, Kammermusiken, geistliche Werke und zahlreiche Lieder. red/doh