Das Auditorium Maximum der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus konnte es am 12. April 2003 mit den besten Konzertsälen der Welt aufnehmen. Das Dargebotene wurde für die Zuschauer zum musikalischen Hochgenuss. Das Cottbuser Blasorchester unter Leitung von Hans Hütten und Sebastian Winkler sowie der Gesangsverein "Liederkranz" stellten dem Publikum zeitgenössische Musikstücke vor. Darunter auch Werke des australischen Musikwissenschaftlers und Komponisten George Dreyfus aus Melbourne, der unter den Gästen und Zuschauern im Saal weilte. Viele Werke dirigierte der weltbekannte Musiker vom fünften Kontinent auf der Bühne selbst.

Mit seinen modernen Kompositionen in der Instrumentalmusik überraschte Dreyfus das sachkundige Publikum. Beifallsstürme der Zuhörer bewiesen die positive Resonanz. Zum erfolgreichen Gelingen des Konzertes trugen auch die engagierten Mitglieder der Gesangsvereinigung "Liederkranz" aus Groß Gaglow bei. Es waren Werke von Antonin Dvorak (1841 bis 1904), Aram Chatschaturjan (1903 bis 1978) und John Towner William (Geburtsjahr 1932) zu hören.

George Dreyfus wurde am 22. Juli 1928 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie in Elberfeld (Wuppertal) geboren. Die Geschehnisse um die Pogromnacht 1938 veranlasste die Familie Dreyfus, Deutschland in Richtung Australien zu verlassen.

George Dreyfus studierte an der Universität Melbourne Musik. Später widmete er sich der Arbeit mit Blasinstrumenten, speziell den australischen Didgeridoos. Sein Name ist heute mit modernen Instrumental- und Filmmusiken verbunden. George Dreyfus war und ist für das australische Filmwesen und Fernsehen tätig. Er schrieb zahlreiche Bühnenwerke.

Dreyfus ist Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher Akademien und Gesellschaften in Europa und in Deutschland, darunter der Walter-Rathenau-Gesellschaft in Bad Freienwalde. Für seine Verdienste um den deutsch-australischen Kulturaustausch wurde er im Jahre 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Mit dem Besuch im Jahre 2003 verband der Australier neben dem musikalischen und kulturellen Vergnügen auch ein persönliches Hobby. So wollte er konkrete Fragen zum Leben und Wirken des Australienforschers Ludwig Leichhardt (1813 bis 1850) beantwortet wissen, da damals an den 190. Geburtstag des gebürtigen Sabrodters erinnert wurde.

Seit Jahren pflegt George Dreyfus einen regen Briefwechsel mit den Heimatfreunden im Spreewalddorf Boblitz. In der Niederlausitz wird in diesen Monaten der 200. Geburtstag von Ludwig Leichhardt mit zahlreichen Festlichkeiten, Symposien und Ausstellungen gefeiert.

In Melbourne muss George Dreyfus am heutigen Montag Kondition beweisen und tief Luft holen. Er hat im Beisein Hunderter Gratulanten 85 brennende Lebenskerzen auf seiner Geburtstagstorte auszublasen.