Gemeinsam mit den Gastmusikern aus Portugal beeindruckten sie das zahlreich erschienene Publikum in einem Ensemble aus Akkordeon und Blasinstrumenten. Das überzeugte ebenfalls den anwesenden, adligen Besuch.

„Es wurde viel gelacht“, sagt die 16-jährige Jessica Leder aus dem Lübbenauer Orchester. „Man konnte sich zwar nicht so gut verstehen, aber mit Händen und Füßen hat es dann schon geklappt.“ Jessica nimmt zwei portugiesische Mädchen auf und betreut sie während des zweitägigen Aufenthaltes. „Sie sind alle sehr freundlich und es macht großen Spaß mit ihnen zu spielen“, so die Schülerin. Sie denkt bereits über einen Besuch im nächsten Jahr nach. Ebenso würde Ulrike Steinki einen Ausflug nicht ablehnen. Die Orchesterleiterin findet Gefallen beim Einstudieren deutscher Klassiker und modernen Liedern. Sie war der Auslöser für das exotische Projekt. Steinki bat ihr Orchester bei der Organisation behilflich zu sein. Gesagt, getan. Die jungen Musiker kümmerten sich eifrig um Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeiten und Unterhaltung. Bei der Anreise erwartete die Ankömmlinge aus Portugal ein deftiges Abendessen nach Spreewälder Art. Danach ging es gleich an die erste Probe. Am nächsten Tag konnten die Gäste bei einer Kahnfahrt sowie einem Rundgang durch Lübbenau entspannen. Um 18 Uhr waren alle bereit ihr erprobtes Projekt vorzustellen. Die Spreewälder starteten mit einigen bekannten Liedern. Bald darauf setzte die „Banda de Casaínhos“ um Leiter Luciano Franco ein. Zum Erstaunen des Publikums harmonierten die beiden Gruppen fast fehlerlos. Klarinette, Saxophon und Akkordeon spielten Titel wie „Über den Wolken“ oder „Sweet Caroline“. Aber ein Volkslied aus der Heimat darf ebenso nicht fehlen. „Es ist eine große portugiesische Tradition der Volksmusik“, so Franco, der sich als Liebling und Spaßvogel der Gruppe äußert. „Er hat das Eis zwischen uns aufgetaut“, meint Lisa Meißner erfreut über die Offenheit der Gäste aus Portugal, „Es ist schön, jemanden zu haben, der die Sprachbarriere durch Witz und Freude brechen kann.“ Die 19-jährige Saadowerin gefiel es mit den Portugiesen zu musizieren, vor allem das Lied „Mamma Mia“ hat ihr große Freude bereitet. Ebenfalls begeistert war die Gräfin Beatrix zu Lynar. Sie half dem Orchster mit der Übersetzung, da sie 30 Jahre in Portugal gelebt hatte. Die Gräfin zu Lynar ist der Meinung „eine tolle Sache entdeckt“ zu haben. „Ich bin von der Disziplin und der Unterstützung der Jugendlichen sehr fasziniert. Es ist wirklich erstaunlich, wie Musik zwei unterschiedliche Länder verbinden kann“, so die Gräfin. Sie möchte die Musikschule „Fröhlich“ in Zukunft unterstützen und versprach ein Konzert in der Orangerie. Nach verdientem Applaus verabschiedeten sich die Spreewälder mit dem Titel „My Way“ von ihren liebgewonnenen, neuen Freunden aus Portugal.