speisen möchte, findet die passenden Rezepte dazu in einem Benefizkalender, den First Lady Eva Luise Köhler gestern auf Bellevue vorstellte. Chefkoch Jan-Göran Barth ließ sich dabei auch in die Töpfe gucken, während er Müritzlamm und Topfenknödel kredenzte. "Da müssen wir uns überhaupt nicht verstecken", sagt Köhler über die Kochkünste seines Chefkochs.
Alle Gäste seien sehr begeistert von Barths Rezepten, sagte Köhler. Der Kalender zeigt Bilder und Rezepte raffinierter Gerichte: "Brunnenkresseschaumsuppe mit Ei, Brust und Bonbon von der Wachtel mit Speckchip" oder "Tatar und Kaviar vom Bachsaibling auf mariniertem Pumpernickelsalat mit Gartengurke".
Sie genieße Barths Rezepte, sagte die First Lady. Selbst ausprobiert habe sie diese aber noch nicht, testen will sie nun die Topfenknödel. Wenn die Schwäbin privat kocht, dann muss es schnell gehen, wie sie erzählt. So wählt sie zum Beispiel Kurzgebratenes. Über ihren Mann, den Bundespräsidenten, verrät sie: "Er isst gerne Reibekuchen. Die habe ich von ihm gelernt." Anders als eine ihrer Amtsvorgängerinnen, die Hauswirtschaftslehrerin Christiane Herzog, hegt sie keine Ambitionen für eine Kochsendung im Fernsehen. "Da würde ich mir einen falschen Schuh anziehen."
Weine aus Deutschland, Obst und Gemüse aus der Uckermark statt aus Neuseeland, Raps- und Traubenkernöl statt Olivenöl: Der erst 29 Jahre alte Chefkoch Barth, der zur Bundeswehr gehört und sein Handwerk in einem Luxushotel gelernt hat, setzt auf heimische Ware. Umstrittene Delikatessen wie Gänsestopfleber, Störkaviar und Jakobsmuschel kommen ihm nicht in die Küche. Diese macht mit ihren großen Arbeitsplatten aus Edelstahl und weißgrauen Fließen einen eher unspektakulären Eindruck. Die Häppchen, die die Schlossküche verlassen, sehen allerdings sehr nach Gourmetkost aus.