Das ungewöhnliche Konstrukt eines von öffentlicher Seite verhängten Preisdiktats hatte sich Schmid extra bei den Wettbewerbshütern im Freistaat absichern lassen: Die Kartellbehörde gab grünes Licht.

Der Vorschlag sorgte allerdings für frostige Stimmung zwischen Wiesn-Chef und Wirten. Und heizte die Stimmung im Rathaus auf. Zeitweise argwöhnten Medien, das Rathausbündnis aus SPD und CSU stehe auf der Kippe.

Das wurde freilich dementiert: Auseinandersetzung gehöre zum politischen Geschäft. Und so wichtig sei der Bierpreis nun wirklich nicht, dass daran ein Rathausbündnis zerbreche. Für Mittwoch steht das Thema nun auf der Tagesordnung des Stadtrats. Im Wirtschaftsausschuss war es vergangene Woche vertagt worden, auf Antrag der Grünen, weil zwei der drei Ausschussmitglieder auf Reisen waren. Schmids Konzept ist so umstritten, dass viele es lieber in großer Runde debattieren wollten.

Die Bierpreisbremse ist nur ein Teil von Schmids Maßnahmenpaket, bei dem es um die Finanzierung von fünf Millionen Euro Zusatzkosten für Sicherheitsvorkehrungen wegen der Terrorgefahr geht. Vor allem die zusätzlichen Ordner für Eingangskontrollen schlugen 2016 zu Buche. Schmid will sich das Geld über eine Umsatzpacht von den Wirten holen. Vor einigen Wochen hatte er vorgerechnet, dass bei einem geschätzten Umsatz der Bierzelte von 300 bis 400 Millionen und fünf Prozent Pachtanteil die Stadt ihre Einnahmen gegenüber der bisherigen Standgebühr verdoppeln könnte. Damit die Wirte die Mehrkosten aber nicht über den Bierpreis an die Besucher weitergeben, will er die Bierpreisbremse. Die Verlängerung der Wiesn um einen "Münchner Tag" könnte die Mehrbelastung der Wirte etwas abfedern, so sein Vorschlag.