Das Wetter ist schuld - so könnte man das Resümee zu Beginn der Mostereisaison 2013 schon mal fassen. "Es ist kein Vergleich zum letzten Jahr. Das merken wir jetzt schon", so Enrico Jank von der Spreewald-Mosterei Jank in Burg. "In der Blütezeit war es zu nass und es haben die Bienen gefehlt", konstatiert der Juniorchef des Unternehmens. In der Wachstumsphase sei das Wetter zusätzlich noch zu trocken gewesen. "Deshalb sind die Äpfel dieses Jahr recht klein."

Dennoch habe man damit rechnen müssen. "Wir hatten im vergangenen Jahr eine Rekordernte", sagt Jank. "Und man sagt, dass die Bäume sich alle zwei Jahre regenerieren müssen." Im vergangenen Jahr habe man rund 500 Tonnen Obst verarbeitet. Die diesjährige Verarbeitungsmenge sei jedoch noch nicht vollständig absehbar.

Neben den Äpfeln seien auch die Birnen dieses Jahr nicht besonders wachstumsfreudig. "Bei der Hollunderverarbeitung liegen wir aber ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres", so Jank.

Um möglichst viele von den bei Privatleuten gehorteten Äpfeln noch verarbeiten zu können, haben die Janks sogar ihre Öffnungszeiten erweitert. "Wir nehmen nun hier auch Samstagvormittag Früchte an", sagt Enrico Jank. Auch würden mittlerweile mehr Sammelstellen Früchte für die Produktion von leckeren Säften entgegennehmen.

Seit diesem Jahr kämpft auch die Mobile Spreewälder Saftpresse aus Burg um die Früchte. Trotz des schlechten Obstjahres laufen die Geschäfte jedoch gut an. "Unsere Kunden erhalten den Saft vom eigenen Obst", erzählt Geschäftsführer Stefan Budischin. So kommt die Mobile Saftpresse dreimal die Woche an einen festen Standort nach Werben. "Ab einer Tonne kommen wir aber auch direkt zu den Leuten", sagt Budischin. "Die kommt auf Festen oder bei Kleingartenvereinen und dergleichen aber schnell zusammen." Neben Äpfeln und Birnen presst die Mobile Saftpresse auch anderes Obst und Gemüse. "Wir verarbeiten auch Quitten, Möhren und sogar Rote Bete." Jedoch sei mit letzteren bisher noch niemand gekommen.

Darum bemüht auch den Kindern das Mosten zu erklären und sie selbst probieren zu lassen, ist man in der Mosterei Zägel in Keune. "Dieses Jahr ist alles später. Wir schätzen es sind ungefähr drei Wochen, die sich alles nach hinten verschiebt", so Ingolf Zägel. Dreimal in der Woche wird dort gepresst.

"Viele Kinder haben oft keine Ahnung wie Saft gemacht wird", sagt Kerstin Stenzel, Lehrerin und mit einer Gruppe von Kindern der Grundschule in Keune in der Mosterei zu Gast. "Hier werden die eigenen Äpfel zu Saft gemacht. Das ist schön, besonders da heute so viele Kinder Allergien entwickeln." Das die Mosterei vor allem Arbeit macht, weiß Besitzer Ingolf Zägel. "Es ist viel Handarbeit dabei", sagt er. Jeder Kunde bekommt bei ihm seinen eigenen Tank. "Damit ist sichergestellt, dass es auch wirklich der eigene Saft ist", so Zägel. Über die ausgequetschten Äpfel und Birnen freuen sich dann noch andere. "Wir geben sie an Bauern für deren Schweine. Und sogar Wildrinder bekommen das zu futtern", so Zägel.

Das erste Jahr seit langem wird hingegen nun nicht mehr in der Forster Traditionsmosterei Worrich gepresst. "Ich muss mich auf der Straße schon immer rechtfertigen, warum ich nicht mehr moste", sagt Franz Worrich, der auch noch ein Brauhaus betreibt. "Aber irgendwann muss mal Schluss sein". Mit der schlechten Ernte habe das jedoch nichts zu tun. "Ich bin zu alt und wir haben keinen Nachfolger dafür gefunden. Da wären auch ein paar Investitionen notwendig gewesen", so Worrich.

Zum Thema:
Wer seine Früchte mitbringt, der kann sich im Spree-Neiße-Kreis bei den Mostereien Äpfel und Birnen pressen lassen. Normalerweise kommen aus 10 Kilogramm Äpfeln zwischen 6 und 8 Liter Saft. Pro 5-Liter Kartons berechnen die Mostereien zwischen 4,20 und 5 Euro. 10-Liter-Kartons kosten zwischen 8 und 9 Euro. Zwei Mostereien haben eigene Internetauftritte. Die Adressen lauten: www.spreewald-mosterei.de und www.mobile-spreewaelder-saftpresse.deDie Mosterei Zägel ist telefonisch unter 03562 66 38 71 zu erreichen.