In der Wohnung des Verdächtigen in Mainz hatten die Ermittler umfangreiches Material sichergestellt, sagte Stephan. Darunter waren auch zahlreiche Fotos. Nun werde zum Beispiel geprüft, ob die Bilder gestellt seien. Stephan bestätigte Informationen der „Bild“-Zeitung, wonach Rechtsmediziner Hinweise darauf gefunden haben, dass der 37-Jährige die Frau „nach ihrem gewaltsamen Tod sexuell missbraucht, sich an ihrer Leiche vergangen haben soll“. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft geht weiterhin von Mord aus.

Am Montag war Haftbefehl gegen den 37-Jährigen erlassen worden. Es habe sich der dringende Verdacht gegen ihn erhärtet, dass er das Opfer erwürgt habe, um sich sexuell zu erregen, hieß es. Die Leiche der jungen Frau aus Zossen (Teltow-Fläming) war Ende Juli in einem Motel gefunden worden.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten sich die 20-Jährige und der Naturwissenschaftler aus Mainz über das Internet kennengelernt. Sie trafen sich am letzten Juli-Wochenende erstmals persönlich zu Foto-Aufnahmen auf dem Areal der einstigen Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten.

Nach eigenen Angaben hatte der Mann nach dem Geschehen im Motel-Zimmer versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Polizei habe aber rechtzeitig sein Mobiltelefon geortet und den Mann entdeckt. Er war nach der Vernehmung zunächst auf freien Fuß gesetzt worden und soll sich freiwillig in Brandenburg/Havel in psychiatrische Behandlung begeben haben. Dort wurde er am Montag verhaftet. Seine Homepage, auf der er seine Vorlieben wie zum Beispiel Friedhöfe und verfallene Gebäude darlegte und Modelle für Akt- und Fetisch-Aufnahmen suchte, wurde inzwischen vom Netz genommen.