Aus der Sicht des Referenten, der lange Jahre im Rettungsdienst tätig war und heute in der Palliativmedizin arbeitet, erfuhren die Besucher am Samstagabend, wie die Abläufe bei der Aufklärung eines Mordfalls sind, was es für kriminalistische Feinheiten gibt oder wie Fingerabdrücke gesichert werden. Im Blickwinkel des Referenten liegen auch persönliche Aspekte, die dem Zuhörer eine ganz neue Sicht auf den Tod ermöglichten.

Der Blickwinkel des Retters stand im Fokus des Abends. Wie geht er als Rettungsassistent oder -sanitäter mit dem Gesehenen um? Wie mit einem Suizidenten oder Unfallopfer? Auch der Blickwinkel des Polizisten wurde beleuchtet und die Sichtweise der Kriminalisten auf den Tod erklärt. Anhand von realen Bildern und echten Fällen zeigte Andreas Mühlenberg die Arbeit am Tatort und in den Laboren auf. Die Besucher konnten einmal hinter die Kulissen schauen - und das nicht nur während der Veranstaltung, sondern auch in den Ausstellungsräumen des Plastinariums, welche sozusagen vor der Tür lagen.

Um das Gesehene und Gehörte einmal direkt anzuwenden und zu begreifen, durften die Gäste reale Fälle lösen und die Auswirkungen der Experimente auch anfassen. Der direkte Vergleich zum amerikanischen System wurde beispielsweise durch den Fall einer Stewardess, die von ihrem Mann umgebracht wurde, oder anhand von Prostituiertenmorden anschaulich gemacht.

Erfolgreich leisteten die Besucher Ermittlungsarbeit, wobei sich Silke Schulz als Frau mit besonders scharfsinnigem kriminalistischem Verstand beweisen konnte. Die Gubenerin liest gern Kriminalgeschichten unterschiedlichster Schriftsteller und war ganz interessiert an den Ausführungen des Referenten. Immer wieder war sie es, die die entscheidenden Hinweise zur Aufklärung des Falles geben konnte. "Das hat wirklich Spaß gemacht", sagte sie am Ende der etwa dreistündigen Veranstaltung. Auch eine Familie, die extra 600 Kilometer aus Hagen angereist war, um das Plastinarium zu besuchen und den Vortrag gleich mitnahmen, waren begeistert und hat ihre weite Anreise nicht bereut.

Eventuell wird es im nächsten Jahr eine Wiederholung in den Hallen des Gubener Plastinariums geben, verriet Andreas Mühlenberg.