Nach der gewaltigen Verwüstung durch Zyklon "Pam" sind die ersten Flugzeuge mit Hilfsgütern in den Pazifikstaat Vanuatu unterwegs. In der Hauptstadt Port Vila begannen die Anwohner, Straßen zu räumen und Dächer zu reparieren.

Das Ausmaß der Katastrophe ist noch völlig unklar, weil es auch Tage nach der Katastrophe keinen Kontakt zu den rund 80 Inseln Vanuatus gab. Nur in der Hauptstadt funktionierte der Mobilfunk. Die australische Luftwaffe wollte sich mit Aufklärungsflügen einen Überblick verschaffen. Neuseeland schickte ein Flugzeug mit zehn Tonnen Hilfsgütern, darunter Nahrungsmittel und Erste-Hilfe-Pakete.

"Pam" ist einer der gefährlichsten je gemessenen Zyklone, mit Böen von mehr als 300 Kilometern in der Stunde. Er hatte Vanuatu in der Nacht zu Samstag mit voller Wucht getroffen. "Dies dürfte eine der schlimmsten Katastrophen sein, die wir je im Pazifik gesehen haben", meinte der Vanuatu-Direktor der Hilfsorganisation Oxfam, Colin Collet van Rooyen, in Port Vila.

Monstersturm, Terrornacht, das Ende der Welt: Mit diesen Worten beschreiben Überlebende die furchtbaren Stunden, in denen Zyklon "Pam" den Südseestaat Vanuatu zerstörte. Studentin Desiree Hetzel aus Karlsruhe, die gerade in Port Vila für ihre Mastararbeit recherchiert, sagt: "Wir haben uns im Haus verbarrikadiert. Aber durch alle Ritzen kam Wasser."

Mit gnadenloser Gewalt ist Zyklon "Pam" über den Inselstaat gezogen. Die Zustände in Port Vila sind schlimm genug. Wie es aber auf den anderen Inseln aussieht, weiß auch am Sonntag niemand. Mehr als 180 000 Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten, kein Handy funktioniert, niemand hat Kontakt.

Vanuatus Behörde für Katastrophenschutz bestätigte sechs Todesopfer. Hilfsorganisationen gingen von einer höheren Opferzahl aus. "Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört", sagte Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale. Er kämpft gegen die Tränen. Der Inselstaat wurde vor ein paar Jahren von einer Stiftung zum "glücklichsten Platz der Welt" gekürt.