„Ich finde es hier viel schöner als in Niederbayern, weil man offener miteinander umgeht und Probleme offen miteinander bespricht. Das hat mir in meiner alten Schule sehr gefehlt. Auch die Lehrer sind viel freundlicher und haben immer ein offenes Ohr“, schreibt Monique.

Das Mädchen, das jetzt die 10. Klasse der Herzberger Förderschule besucht, sieht den Wechsel für sich als einen Glücksfall. Hier habe sie sich gut eingelebt, viele Freunde gefunden und auch wieder Spaß am Lernen, sagt sie. „Monique ist jetzt viel aufgeschlossener als damals, als sie zu uns kam. Sie kann sich durchsetzen, auch gegen die neun Jungs in der Klasse“, sagt ihre Freundin Steffi.

Klassenlehrerin Ines Bader hat ebenfalls viel Lob für das Mädchen übrig. „Monique zeigt in der Schule gute bis sehr gute Leistungen und möchte eine Berufsausbildung machen“, sagt Ines Bader. Da die Schülerin in ihrer alten Heimat eine Klasse doppelt absolvieren musste, hätte sie nach der 9. Klasse von der Förderschule abgehen können. Aber das wollten weder sie noch ihre Eltern noch die Schule. „Nach der 9. Klasse bekommen die Schüler nur ein Abschlusszeugnis und keinen anerkannten Schulabschluss. Wenn sie die 10. Klasse erfolgreich abgeschlossen haben, haben sie die einfache Berufsbildungsreife erlangt, ähnlich dem Hauptschulabschluss“, erläutert die Lehrerin. Moniques Leistungen in der Schule wurden immer besser. Sie will den Abschluss schaffen und später vielleicht einmal Kindergärtnerin werden.

Darauf kann sie sich jede Woche vorbereiten, denn ihre Praxistage an jedem Donnerstag verbringt sie in der Integrationskindertagesstätte „Märchenland“ in Herzberg. Sie hilft früh bei der Kinderbetreuung und dann in der Küche und bei der Essenausgabe. „Monique ist freundlich, arbeitet selbstständig und erfüllt ihre Aufgaben ordentlich. Sie wird oft gelobt“, schätzt Ines Bader ein.

„Ich bin froh, dass ich das 10. Schuljahr auf eine so tolle Schule gehen darf. Es sollte noch mehr Förderschulen für Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen geben“, meint sie. Dass diese Schulen eventuell bald geschlossen werden, kann sie nicht verstehen. „Mir hilft und gefällt das Umfeld hier sehr“, sagt sie.