Für den Käufer ist der Etikettenschwindel dabei oft kaum oder gar nicht zu erkennen. Es gibt aber einige Werbesprüche, bei denen die Alarmglocken schrillen sollten. "Das sind vor allem Lebensmittel mit Gesundheitsversprechen", sagt Andreas Winkler von der Verbraucherorganisation Foodwatch. "Fitness, Wellness oder zuckrige Kekse, die wie ein ausgewogenes Frühstück und Energiespender verkauft werden." Aufpassen sollten Verbraucher auch, wenn mit einer bestimmten regionalen Herkunft geworben wird. Dafür gibt es sogar EU-Siegel. Doch je nach Siegel muss manchmal nur eine Produktionsstufe - Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - in der jeweiligen Region durchlaufen worden sein.

Ein großes Problem sehen die Experten von Foodwatch in Lebensmitteln, die als bunte, lustige und gesunde Produkte "extra für Kinder" im Supermarktregal stehen. "Die sind meist besonders zuckrig, zu salzig oder zu fettig", warnt Winkler. Wer sich die Mühe macht, ins Kleingedruckte zu schauen und die Zutatenliste zu lesen, ist oft auch nicht viel schlauer. Trotzdem sollten Verbraucher auf einiges achten: "Beispielsweise Zucker versteckt sich hinter Bezeichnungen wie Saccharose oder Glucose", erklärt Winkler. Nur weil das Wort "Zucker" nicht explizit in der Liste steht, heißt das also nicht, dass kein Zucker im Lebensmittel steckt.

Ähnlich problematisch sehen die Verbraucherschützer Aromen. Was Erdbeer-Aroma und natürliches Aroma unterscheidet, ist außerdem kaum verständlich. Ein Produkt, das mit Erdbeergeschmack beworben wird, müsse bislang eventuell rein gar nichts mit echten Erdbeeren zu tun haben, gibt Winkler ein Beispiel.