Paris Hilton hat den Chihuahua mit Glitzer und Glamour massentauglich gemacht. Und vor wenigen Jahren wedelte der Golden Retriever mit dem Image des Familienhundes schlechthin durch die Werbelandschaft. Was viele Hundebesitzer bei diesen Trends zu vergessen scheinen: Jede Rasse hat individuelle Ansprüche, die sich nicht nach Trendlisten richten, sagt die Cottbuser Amtstierärztin Wienke Becker. Von Modehunden hält sie nicht viel. "Als Dalmatiner schick waren, wurde diese Rasse in Größenordnungen vermehrt und überzüchtet." Nicht nur ein gesundheitliches Risiko für die Vierbeiner: "Irgendwann stellten die Hundehalter dann fest, dass die Rasse Jagdansprüche hat und gar kein Kuschelhund ist", so Becker. Das Ende vom Lied: Die Bedürfnisse von Halter und Hund stimmen nicht überein, und das Tier wird falsch gehalten oder abgeschafft.

Der derzeitige Trend: "Kurzschnäuzige Hunde wie Bulldoggen und Möpse sind in Mode", weiß Wienke Becker. "Leider", seufzt sie, "denn durch die kurzen Nasen haben diese Rassen größere gesundheitliche Probleme." Denn Luftaustausch und damit die Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt. "Deshalb muss ein kleiner Mops nicht so beschäftigt werden und ist einfacher in der Wohnung zu halten", beschreibt Wienke Becker. Auch ein Trendindiz: das extreme Äußere. "Ein Mops ist so furchtbar unproportioniert, dass er für viele vermeintlich schon wieder süß ist", sagt die Amtstierärztin. "Übertreibungen werden prämiert, das ist generell ein furchtbarer Trend."