Wenn der Kunde allerdings nachweisen kann, dass er zur fraglichen Zeit sein Telefon nicht benutzt hat, muss der Anbieter neue Beweise vorlegen, befand das Amtsgericht Dachau (Az.: 2 C 1423/10).

In dem von der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ berichteten Fall verlangte ein Mobilfunkunternehmen von seinem Kunden insgesamt mehr als 1220 Euro. Der Kunde habe teilweise im Sekundentakt über 1800-mal eine 0137-Rufnummer angerufen. Dies ergebe sich aus einem verkürzten und verschlüsselten Einzelverbindungsnachweis und einem Prüfungsprotokoll.

Der Kunde, ein Linienbusfahrer, konnte überzeugend erklären, dass er zu den fraglichen Zeiten sein Mobiltelefon nicht benutzt hatte. Mehrere Fahrgäste hatten übereinstimmend angegeben, sie hätten den Mann während der Arbeitszeit nie telefonieren sehen. Nach Ansicht der Richter hätte der Mobilfunkanbieter nun den vollen Beweis dafür erbringen müssen, dass der Verbindungsaufbau zu der 0137-Rufnummer dem Beklagten zuzurechnen sei. Dieser Beweis sei im verhandelten Fall ausgeblieben.