Auch wenn die spannenden Spiele oder das Elfmeterschießen zum Mitfiebern locken - im Dienst geht die Arbeit trotz Weltmeisterschaft vor. "Dafür wird man ja bezahlt", erläutert Michael Eckert, Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins. Feierabend: Fußballfans müssten sich daher mit ihrem Vorgesetzten einigen, wenn sie zum Beispiel früher Feierabend machen wollen, um das Eröffnungsspiel am 11. Juni um 16 Uhr anzuschauen. So könnten sie zum Beispiel vereinbaren, dass sie zum Ausgleich an dem Tag früher zur Arbeit kommen, schlug Eckert vor. "Oder man gleicht das über ein Gleitzeitkonto aus, wenn es das im Betrieb gibt."Radio und Live-Ticker: Mitarbeiter dürfen im Büro auch nicht ohne weiteres das Radio nebenher laufen lassen oder den Spielverlauf über einen Live-Ticker im Internet verfolgen. "Das sind alles Ablenkungen von der Arbeit", sagt Eckert. Ärger dürfte es vor allem dann geben, wenn dadurch die Arbeit liegenbleibt oder Kundenanrufe nicht entgegengenommen werden. "Es geht also nicht, dass man dann sagt: ,Lass mal klingeln, jetzt wird's grad spannend.‘"Fernsehverbot für alle? Ein Verbot fürs Fernsehen und Radiohören im Betrieb muss dabei nicht für alle Mitarbeiter gleich gelten: Der Chef dürfe es zum Beispiel einem Bankmitarbeiter am Schalter verbieten und es anderen erlauben, die in einem Büro ohne Kundenkontakt arbeiten. Das Argument "Die anderen dürfen doch auch die WM gucken" zieht also nicht.WM ist kein "Sommermärchen": Ebenso wenig können Mitarbeiter sich darauf berufen, wie der Arbeitgeber 2006 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland mit dem Thema umgegangen ist. Selbst wenn es während des "Sommermärchens" im Betrieb erlaubt war, Fußball zu gucken, müsse das nicht für diese Weltmeisterschaft gelten. "Da gibt es keine betriebliche Übung. Dafür ist zu selten WM", erläutert Eckert. "Man kann also nicht sagen: Weil wir 2006 Fußball geguckt haben, machen wir das dieses Jahr wieder." Auch für Fußballgucken mit Freunden im Garten gibt es Regeln. Zwar ist meist keine Lizenz nötig, um während der Fußball-Weltmeisterschaft die Spiele zu gucken. Es darf aber kein Eintritt verlangt werden - sonst können Privatleute unter Umständen Gema-pflichtig werden. Sobald ausdrücklich für die Veranstaltung geworben und Eintrittsgeld genommen wird, stuft die Gema das als "Public Viewing mit Veranstaltungs charakter" ein. Eine verbindliche Teilnehmerzahl gibt es nicht, wer privat ein größeres Treffen organisiert, bei dem Freunde wiederum Freunde mitbringen, müsste sich an die Gema wenden.dpa/han