Vom Fahrverbot betroffen sind nach ADAC-Angaben Autos mit Benzinmotor ohne geregelten Katalysator, Benziner mit geregeltem Katalysator der ersten Generation und Autos mit Dieselmotor, wenn dieser nur die Abgasnorm Euro 0 oder Euro 1 erfüllt. Allerdings können die Wagen nach einer Nachrüstung in vielen Fällen doch noch eine Plakette erhalten. Entsprechende Teilesätze wie Upgrade-, Oxidations-, Zusatzkatalysator oder ein Kaltlaufregelsystem können auch die steuerliche Einstufung verbessern. "Das zahlt sich dann in barer Münze aus", sagt Michael Müller vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Grüne Plakette ist erreichbar
Werden Benziner ohne geregelten Katalysator mit einem solchen Bauteil nachgerüstet - Kostenpunkt ab 700 Euro -, erreichen sie laut ADAC größtenteils die Abgasnorm Euro 1, vereinzelt auch Euro 2. Bedingung für den Erhalt der grünen, besten Umweltzonenplakette sei jedoch, dass mit dem Nachrüst-Kat die EG-Abgasrichtlinie 91/441/EWG erfüllt wird und das Auto mindestens die Emissionsschlüsselnummer 14 erhält. "Dies sollte man sich am besten vor der Nachrüstung vom Anbieter bestätigen lassen", empfiehlt Müller.
Das gilt auch für die Aufrüstung von Benzinern mit geregeltem Kat der ersten Generation sowie von Dieseln mit Euro-0- oder Euro-1-Einstufung. Die Benziner können nach ADAC-Angaben mit einem Aufrüst-Kat auf die Euro-2-Stufe gebracht werden. Dafür gibt es ebenfalls die grüne Plakette. Kostenpunkt: etwa 350 Euro. Der Aufrüst-Kat wird von der Werkstatt anstelle des Originalkats montiert.
Neu auf dem Markt sind Zusatz-Kats. Sie werden ergänzend zum Originalkat ins Abgassystem eingebaut und meist zur Nachrüstung von Euro 1 auf Euro 2 angeboten. Sie sind als "Mini-Kat" vom Abgasspezialisten Oberland-Mangold aus Eschenlohe zum Preis ab 150 Euro erhältlich. Wegen der um mehr als die Hälfte verringerten Steuerlast hätten die Käufer bei vielen Fahrzeugmodellen schon im ersten Jahr die Nachrüstkosten wieder raus, sagt Hubert Mangold vom Unternehmen.
Als Alternative kommt laut Michael Müller vom VCD der Einbau eines Kaltlaufregelsystems infrage. Dieses sorgt dafür, dass der Motor in der Kaltlaufphase ein magereres Kraftstoff-Luft-Gemisch erhält und schneller warm wird. In der Kaltlaufphase ist der Kat nach Angaben des Abgasspezialisten Twintec aus Königswinter "nahezu wirkungslos" und stößt mehr als 80 Prozent der Schadstoffe aus. Grund dafür ist, dass Motor und Abgassystem noch nicht warm genug sind und die Elektronik das Gemisch auf "fett", also mit Spritüberschuss, einstellt.

Abgassystem wird schneller warm
Der Kaltlaufregler führt dem Motor zusätzliche Verbrennungsluft zu. Dadurch wird das Gemisch magerer, Motor und Abgassystem werden schneller warm, und es entstehen weniger Emissionen. Auch mit einem solchen System sei die Einstufung des Fahrzeugs auf Euro 2 möglich, sagt VCD-Experte Michael Müller. Ein Vorteil für Autofahrer sind auch die geringeren Umrüstkosten: Zwischen 100 und 200 Euro sind einzukalkulieren.
Für Diesel mit Abgasnorm Euro 0 und Euro 1 gibt es schließlich die Nachrüstung mit einem Oxidationskatalysator. Laut ADAC lässt sich damit die Stufe Euro 2 erreichen. Dafür gibt es immerhin die rote Plakette - Mindestvoraussetzung für das Fahren eines Diesels in einer Umweltzone. Die Nachrüstung koste etwa 400 Euro. Für Euro-1-Diesel kommt auch der Einbau eines Zusatz -Kats in Betracht, der ähnlich viel kostet wie das vergleichbare Nachrüstteil für Benziner.
Ob sich die Nachrüstung lohnt, hängt aber auch davon ab, wie gut das Auto in Schuss ist und wie lange es noch gefahren werden soll. Einige Kommunen, etwa Berlin und Hannover, haben schon Pläne, die Kriterien für ihre Umweltzonen noch zu verschärfen. Ab 2010 wird dort wahrscheinlich nur noch Autos mit grüner Plakette freie Fahrt gewährt.