"Es erfordert ganz viel Disziplin", sagt sie rückblickend. "Und man muss ständig bereit sein, sich auf neue Dinge einlassen, auch wenn man anfangs denkt: Das schaffe ich nie!" Heute wird Krekel 75 Jahre alt.

Irgendwann flatterte ihr ein Telegramm in die Schule: Willy Millowitsch wollte sie für die Rolle eines jungen Mädchens engagieren. Die Fernsehübertragungen seiner rheinischen Schwänke erreichten in der Nachkriegszeit Einschaltquoten von bis zu 85 Prozent.

Dann setzte eines Tages ein Journalist eine Nachricht in die Welt: Die hübsche Lotti, 17 Jahre alt, wünsche sich sehnlichst ein Kind - und suche dafür einen Mann für eine Nacht. In den 50er-Jahren ein Skandal. "Natürlich hat der das im Alleingang gemacht, ohne es mit mir abzusprechen!" Und Millowitsch behandelte sie fortan wie Luft. "Ich bin bei ihm ausgestiegen, nach elf Jahren. Ich bin nach Hause gegangen und hatte nichts. Absolut nichts."

Sie begann, Schlager zu singen. Es gab Angebote vom Fernsehen und vom Film, so spielte sie an der Seite von Horst Buchholz und unter Regisseur Wolfgang Staudte. Sogar Millowitsch meldete sich wieder. Bei einer Theaterproduktion lernte sie ihren Mann kennen, den Schauspieler Ernst Hilbich.

So wie sie in den Anfangsjahren oft für eine Millowitsch-Tochter gehalten wurde, verwechselte man sie später zuweilen mit ihrer elf Jahre jüngeren Schwester Hildegard Krekel. So geschehen etwa bei ihrem Engagement für die WDR-Serie "Die Anrheiner" - eigentlich wollte man Hildegard haben. Letztlich spielten dann beide Schwestern mehr als zehn Jahre erfolgreich nebeneinander. 2013 starb Hildegard Krekel mit 60 Jahren an Krebs. "Sie fehlt mir wie die Luft zum Atmen. Wir hatten keine Geheimnisse vorein ander, haben alles besprochen. Jeden Tag. Manchmal meine ich noch, ihr Lachen zu hören." Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sie noch weiter in ihrem Beruf arbeiten kann.