Jetzt ist ein neuer Trend zu beobachten. Immer mehr Mieter suchen Untermieter, weil sie wegen eines neuen Jobs in einer anderen Stadt längere Zeit nicht selbst in ihrer Wohnung leben können, sie aber nicht aufgeben wollen. Deshalb müssen sie ihre Wohnkosten reduzieren.
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes ist das auch zulässig. Er stellte klar, dass wegen der zunehmenden Bedeutung von Mobilität und Flexibilität in der heutigen Gesellschaft ein Anspruch auf Erteilung der Erlaubnis zur Untervermietung auch und gerade zur Vermeidung der Kosten einer doppelten Haushaltsführung begründet ist (Az.: VIII ZR 4/05). Mieter sollen ein Mietverhältnis auch dann aufrechterhalten können, wenn sie die Wohnung nur noch teilweise nutzen. Der Leitsatz der höchstrichterlichen Entscheidung lautet: "Der Anspruch des Wohnungsmieters auf Erteilung der Erlaubnis zur Untervermietung setzt nicht voraus, dass der Mieter in der Wohnung seinen Lebensmittelpunkt hat."

Gute Gründe für Ablehnung
Wer einen Untermieter in seine vier Wände einziehen lassen will, muss grundsätzlich vorher seinen Vermieter informieren. Soll die gesamte Wohnung weitervermietet werden, ist die Zustimmung des Vermieters zwingend notwendig. Anders ist es, wenn nur ein Teil der Wohnung untervermietet werden soll. Dann muss der Vermieter zwar auch zustimmen. Er kann aber den Kandidaten nicht einfach ablehnen, sondern muss dafür gute Gründe angeben.
Der Mieterverein München verweist darauf, dass der Mieter einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf die Erlaubnis zur Untervermietung hat, wenn nach Abschluss des Mietvertrages ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung entsteht. Dafür muss er allerdings einleuchtende persönliche oder wirtschaftliche Gründe nachweisen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wegen gesundheitlicher Einschränkungen des Hauptmieters ein Untermieter für die Mithilfe im Haushalt aufgenommen werden soll.
Ein wirtschaftlicher Grund für eine Untervermietung kann die Reduzierung der eigenen Mietkosten sein, so der Münchener Mieterverein. Aber das ist kein Freibrief für die beliebige Untervermietung, denn es ist nicht zulässig, erst allein eine teure Wohnung anzumieten und anschließend mit dem Argument der Kostenersparnis eine Untermieterlaubnis einzufordern. Einen Anspruch auf Genehmigung einer Untervermietung aus wirtschaftlichen Gründen hat der Mieter nur dann, wenn sich nach Abschluss des Mietvertrages seine finanzielle Situation nachhaltig verschlechtert hat.
Ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung für einen Teil der Wohnung kann auch dann vorliegen, wenn der Mieter einen längeren Auslandsaufenthalt plant. Gegebenenfalls muss er aber beweisen, dass er nach dem Auslandsaufenthalt in die Wohnung zurückkehren will. So sah es jedenfalls das Berliner Landgericht (Az.: 64 S 222/00).
Vermietet der Mieter ohne zu fragen einen Teil seiner Wohnung, riskiert er eine Kündigung wegen unbefugter Gebrauchsüberlassung, und zwar auch dann, wenn er eigentlich ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung gehabt hätte, so die gängige Rechtsprechung. (ddp.djn/sh)