Der ansonsten übliche große Bahnhof beim Empfang eines neuen Fahrzeuges blieb am Dienstagabend dennoch aus. Die Neuanschaffung soll erst im Mai offiziell durch Bürgermeister Thomas Richter (CDU) in Dienst gestellt werden. Noch können die Maschinisten die Maschine auch gar nicht bedienen. Erst am kommenden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag soll es die ersten Einweisungen geben, dann ist Üben notwendig. Doch als Mario Ernst und Karl Schlegel den Koloss aufs Depot steuern, haben sich zahlreiche Kameraden schon mal versammelt. Die Neugier halt. Auch Ordnungsamtsleiterin Marlies Schneider ist zum Empfang gekommen und sagt nicht Nein, als die Kameraden sie bitten, das Fahrzeug schon mal mit einer Sekttaufe zu begrüßen. Exakt 500 000 Euro kostet die Maschine, 200 000 davon muss die Stadt Bad Liebenwerda aus der Haushaltskasse bezahlen, den übergroßen Rest steuert das Land bei, das gleich mehrere Fahrzeuge orderte und so einen günstigen Preis in der Sammelbeschaffung erzielt habe. Der Teleskopmast lässt sich bis maximal 32 Meter ausfahren. Doch die Typbezeichnung TLK 23-12 verrät, was die eigentliche Arbeitshöhe sein dürfte. Zwölf Meter von einem brennenden Gebäude weg kann der Teleskopmast, der im vorderen Teil auch noch gelenkig ist, 23 Meter hoch ausfahren. Besonderheit: Der Gelenkmast kann über einen Dachfirst hinaus gesteuert und dahinter abgeklappt werden. Auch der Einsatzkorb ist schwenkbar, sodass Personen über ein Fenster wesentlich komfortabler gerettet werden können. Sogar an eine Sprenkleranlage unter dem Rettungskorb haben die Hersteller gedacht. Schließlich sollen die Kameraden keine heißen Füße bekommen. Stadtbrandmeister Karl Schlegel ist sich sicher, dass dieses Gerät, der Aufbau wurde übrigens vom finnischen Spezialisten "Bronto Skylift" montiert, nicht nur im Bereich der Stützpunktfeuerwehr Bad Liebenwerda-Mühlberg zum Einsatz kommt, sondern auch bei gefährlichen Lagen im gesamten Landkreis.