Große Erwartungen an die Fähigkeit, Wärme zu speichern, sollte man bei Pelletöfen nicht haben. Die Gehäuse bestehen in der Regel aus Stahlblech. Die beste Speicherfähigkeit haben noch Modelle mit Teilverkleidungen aus Gussstahl, Naturstein oder Keramik. Das Gewicht des Ofens gibt hier einige Anhaltspunkte.

Mehrere Varianten von Pellet öfen. Viele der Öfen können die zur Verbrennung notwendige Luft über einen als kostenpflichtiges Zubehör erhältlichen Zuluftkanal direkt von außerhalb des Hauses ansaugen. Das ist sinnvoll, denn die Verbrennung von Raumluft macht einen stetigen Frischluftnachschub, etwa über ein geöffnetes Fenster, notwendig. Garantiert zu 100 Prozent unabhängig von der Raumluft funktionieren allerdings nur Modelle, die eine entsprechende Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) besitzen. Besondere Dichtungen an den Türen und bei den Zu- und Abluftführungen verhindern bei diesen Öfen, dass durch eine Lüftungsanlage oder eine starke Dunstabzugshaube hochgiftiges Kohlenmonoxid aus dem Brennraum gesaugt wird. Bei allen anderen Geräten muss ein Sicherheitsschalter den gleichzeitigen Betrieb von Lüftung und Ofen unterbinden oder es muss sichergestellt sein, dass ein Fenster geöffnet ist. Wie andere Einzelraumfeuerungen auch, muss der Einbau eines Pelletofens vom Schornsteinfeger abgenommen werden.

Nicht alle tragen den Blauen Engel. Nur wenige Pelletöfen tragen den Blauen Engel, obwohl mehrere Modelle die Vorgaben einhalten würden. Die Hersteller scheuen die Prüfkosten. Das Umweltzeichen mit der Bezeichnung RAL-ZU 111 gibt mit maximal 180 Milligramm pro Kubikmeter Kohlenmonoxid (CO) und maximal 25 Milligramm pro Kubikmeter Kohlenmonoxid-Staub bei Nennlast noch strengere Abgasgrenzwerte und mit 90 Prozent einen höheren Wirkungsgrad vor als die Bundesimmissionsschutzverordnung ab 2015 vor. Zudem macht das Zeichen Vorgaben für den Stromverbrauch (maximal ein Prozent der Wärmeleistung) und die Schadstoffbelastung durch Stickoxide und im Teillastbereich, also wenn der Ofen unterhalb seiner Maximalleistung läuft .

Geld vom Staat. Die finanzielle Förderung von luftgeführten Pelletöfen in Höhe von 500 Euro durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurde gestrichen. Für wassergeführte Pelletöfen, die in einem Altbau eingesetzt werden, gewährt der Staat einen Zuschuss von pauschal 1400 Euro (bis zur Leistung von 38,8 Kilowatt).

Diese Basisförderung erhöht sich um 50 Prozent, wenn der Ofen in einem zum Effizienzhaus sanierten Altbau eingesetzt wird, der um 30 Prozent besser gedämmt ist, als die Energieeinsparverordnung vorschreibt.

Wird auch eine förderfähige Solaranlage zur Heizungsunterstützung eingebaut, sind zusätzlich noch 500 Euro Förderung möglich. Voraussetzung ist ein hydraulischer Abgleich der Anlage und der Einsatz hocheffizienter Heizungspumpen. Informationen gibt es online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Preis und Qualität von Pellets. Aus Holzstaub oder Sägemehl gepresste Pellets haben das Heizen mit Holz revolutioniert. Beliebig dosierbar, ohne größere Anstrengung lagerfähig und mit genormten Eigenschaften machen sie das Heizen mit Holz zur Komfortveranstaltung. Zudem ist der Preis gegenüber Öl und Gas meistens niedriger, es gibt aber Unterschiede. So senkt die Anlieferung gleich mehrerer Tonnen Pellets per Tanklastwagen die Brennstoffkosten.

Nach Angaben des Vereins Carmen, der seit Jahren die Preise für nachwachsende Rohstoffe erhebt, lag der Preis für eine Tonne Pellets in Säcken im August 2012 bei 293 Euro. Eine Tonne lose gelieferter Pellets kostete zum gleichen Zeitpunkt durchschnittlich 235 Euro, also rund ein Fünftel weniger (bei Lieferung von fünf Tonnen). Im Winter steigen die Pelletpreise traditionell leicht an. Der Heizwert eines Kilos entspricht etwa einem halben Liter Heizöl. Umgerechnet auf den Heizwert kostete die Kilowattstunde Wärme mit Pellets aus Säcken im Sommer 2012 rund sechs Cent. Das ist aktuell, aber auch auf Jahressicht, deutlich günstiger als Heizöl (8,5 Cent) und etwas preiswerter als Erdgas (7,0 Cent), aber eben deutlich teurer als lose angelieferte Pellets, die im langjährigen Jahresdurchschnitt zwischen 4,5 und etwa 5,0 Cent je Kilowattstunde kosteten.

Gütezeiten zur Brennstoffqualität. Sind Pellets zu bröselig oder enthält die Lieferung zu viel Holzstaub, kann es zu Problemen beim Transport im Ofen und der Verbrennung kommen. Maßgeblich ist die EU-Norm EN 14961-2, die die entsprechende Din-Norm abgelöst hat. Für private Zwecke eignet sich die Qualität A 1, die die strengsten Werte aufweist. Die Norm wird nicht überwacht, es lohnt sich jedoch, auf Gütezeichen zu achten.

Das Zeichen Enplus wird vom privaten Deutschen Pelletinstitut vergeben. Mit Vorgaben zur Ascheerweichungstemperatur (höher als 1200 Grad Celsius), von der die Bildung problematischer Schlacken abhängt, macht es die umfassendsten Vorschriften.

Für das Zertifikat Enplus A 1 ist die Pelletproduktion aus Holzstämmen und unbehandelten Produktionsresten der Holzindustrie zulässig. Zudem wird nach Angaben des Instituts die Lieferkette von der Herstellung bis zur Auslieferung überwacht. Für den Handel mit ENplus-Pellets in Säcken müssen sich Händler allerdings nicht prüfen lassen.

Seit 2002 auf dem Markt ist Dinplus; es wird von der Firma Din Certco, einer Tochter des Tüv Rheinland, vergeben. Die Prüfanforderungen sind weitgehend mit denen des Enplus-Zertifikats identisch. Für Sackware gilt allerdings mit einem Feinanteil (Holzstaub) von kleiner als 0,5 Prozent ein strengerer Grenzwert (Enplus 1,0 Prozent). Dafür muss die Ascheerweichungstemperatur nur angegeben werden; konkrete Werte fehlen.

Pellets mit Dinplus-Zeichen dürfen neben Stammholz und unbehandelten Holzresten auch aus Vollbäumen ohne Wurzeln sowie Waldrestholz produziert werden. Bei Enplus ist das nur bei der geringerwertigen Klasse A 2 erlaubt.

Unbedingt trocken lagern. Pellets in Säcken sollten trocken gelagert werden. Beim Transport ist darauf zu achten, dass die Pellets nicht zerbrechen oder zerbröseln. Eventueller Holzstaub oder Feinanteil sollte nicht in den Ofen gelangen. Für die Lagerung loser Pellets sind einige Punkte zu beachten, um die Qualität der Pellets und damit die Funktionsfähigkeit der Anlage sicherzustellen.

Gefährden Pelletheizungen den Wald? L eidet durch die Nutzung von Resthölzern für Pellets die Nährstoffversorgung des Waldbodens? Rein mengenmäßig nicht. Nach Zahlen des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) und des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurden 2007 circa 52 Millionen Kubikmeter Holz verbrannt, davon nur eine Million Kubikmeter als Pellets - weniger als zwei Prozent. Privathaushalte verbrennen etwa 25 Millionen Kubikmeter Holz, vorwiegend als Scheitholz in Kamin- und Kachelöfen. Zweitens bestehen Pellets nach DEPV-Angaben zu 75 Prozent aus Sägeresten und zu 25 Prozent von Holzstämmen. Nicht zuletzt heizen Pelletheizungen mit 90 bis 95 Prozent Wirkungsgrad effizienter als Scheitholzöfe n.

Zum Thema:
Staatliche Förderung: www.bafa.de Preise für Pellets: www.carmen-ev.deGütezeichen: www.enplus-pellets.de; www.dincertco.deKostenlose Broschüre: www.enplus-pellets.de - unter Button "Downloads", weiter: "Infomaterial".