Bekommt ein unverheiratetes Paar ein Kind, darf der Vater in der Erziehung rechtlich gesehen gar nichts bestimmen. "Das geht dann nur mit der Zustimmung der Mutter", zeigt Eva Becker, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), auf. Das heißt zum Beispiel: Er darf Sohn oder Tochter nicht bei der Kindertagesstätte anmelden, kann nicht über eine medizinische Behandlung entscheiden oder über das Geld auf dem Konto des Kindes, etwa wenn es geerbt hat.

Knapp 34 Prozent der in Deutschland geborenen Babys stammten im vergangenen Jahr aus einer Beziehung ohne Trauschein. Das geht aus dem aktuellen Familienreport hervor, den das Familienministerium veröffentlicht hat. In Ostdeutschland liegt der Anteil sogar bei fast 62 Prozent.

Für ihre rechtliche Gleichstellung mit Ehepaaren ist es notwendig, dass unverheiratete Paare folgende zwei Dinge regeln:

Zunächst muss der Mann die Vaterschaft offiziell anerkennen. Dafür besorgt er sich beim Jugend- oder Standesamt eine Anerkennung. "Damit wird aus dem biologischen Vater der rechtliche Vater", erklärt Becker. Dann ist er mit dem Kind unterhaltsrechtlich und erbrechtlich verbunden.

Will er allerdings auch in der Erziehung mitbestimmen, braucht er zusätzlich die Sorgeerklärung. "Dann hat er das Recht auf die gemeinsame elterliche Sorge." Ein Recht zweiter Klasse sei das jedoch nicht. Mit beiden Dokumenten hat der Vater seinem Kind gegenüber die gleichen Rechte wie ein Vater, der mit der Mutter verheiratet ist.