Bei der "Formula Student" messen sich die Motorsportler im eigenen Rennboliden mit 78 Studenten-Teams aus aller Welt."Das war ziemlich ärgerlich", grummelt Teamchef Falko Gassauer noch heute. Da hatten zwei Dutzend BTU-Studenten 18 Monate Entwicklungsarbeit in den 341 Kilo schweren Rennboliden gesteckt. Als die BTU-Studenten dann mit ihrem Rennflitzer im Sommer 2008 an den Start auf dem Hockenheimring gehen wollten, streikte ein Sensor am Motor - das frühe Aus für das Cottbuser Team. "Aber danach haben wir noch viel Spaß mit dem Auto gehabt", lacht Teamchef Gassauer. Etwa beim zweiwöchigen Fahrtraining auf dem Cottbuser Flugplatzgelände im vergangenen Jahr. "Damals hatten wir noch keine Erfahrung. Jetzt steht unser zweiter Rennwagen kurz vor der Fertigstellung", so Gassauer.Dafür opfern die 27 Mitglieder des BTU-Motorsport-Vereins auch ihre Semesterferien. Denn während ihre Kommilitonen derzeit viel Freizeit haben, bestimmt der Duft nach frischem Kaffee das Computerkabinett des Lehrgebäudes 3B auf dem Cottbuser Campus. "Diesmal haben wir die Teile komplett am Rechner durchsimuliert", sagt Gassauer. "Dieser Wagen wird erheblich leichter als der erste", so Gassauer. Bei der Entwicklung des Diät-Boliden setzen die Studenten auf dünnere, leichtere Materialien. Unter vier Sekunden soll der Wagen auf 100 Stundenkilometer beschleunigen und bis zu 200 km/h schnell sein. Viel Zeit kostet die Entwicklung - und geschätzte 50 000 Euro für den Flitzer und die Renn-Teilnahme, die von BTU-Lehrstühlen und regionalen Sponsoren kommen. Bisher seien nur etwa zwei Drittel der Finanzierung gesichert. "Deshalb suchen wir dringend Sponsoren", sagt der BTU-Motorsportchef. Die Design-Phase ist beendet, jetzt müssen die Einzelteile hergestellt und verbaut werden. "Dann haben wir noch etwas Zeit zum Testen", so der Teamchef. Der Moment der Wahrheit folgt Anfang August. An fünf Tagen messen sich die Cottbuser mit anderen Teams in mehreren Test-Disziplinen. Neben einem Beschleunigungsrennen über 75 Meter sind auch eng gesteckte Pylonen-Kurse dabei, die das Fahrwerk beanspruchen, ein Ausdauerrennen über 22 Kilometer sowie Kurven-Tests angesetzt. Jan Grundmann Weitere Informationen unter www.btu-motorsport.de