Tausend mal gesehen, tausend mal ist nichts passiert. So hat sie begonnen, die Liebesgeschichte der 27-jährigen Antje Trentzsch aus Ortrand und Enrico Watzig aus Großkmehlen. „Ortrand ist ein Dorf, da kennt jeder jeden“, erklärt der selbstständige Tätowierer, der in Studios in Lauchhammer und Dresden arbeitet. Die zierliche, blonde junge Frau mit dem frechen Kurzhaarschnitt ist ihm schon zeitig aufgefallen. Doch damals war sie in festen Händen.

Also blieb es dabei, dass man sich im Auto grüßte und freundlich hinüberlächelte. „Ihre Blicke waren der Wahnsinn“, erinnert sich der 37-Jährige an den Beginn ihrer Liebe. Irgendwann wurde ihm dann zugetragen, dass die blonde Schönheit wieder Single ist. Die ersten SMS wurden ausgetauscht. Aus einigen wenigen wurde schnell eine stattliche Anzahl. Dann die Verabredung zum ersten gemeinsamen Kaffeetrinken. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir auf der selben Wellenlänge unterwegs sind und uns toll ergänzen“, erzählt die gelernte Hauswirtschafterin. So richtig gefunkt hat es wenig später bei einer Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Freundes. Seit dem 27. Januar 2010 sind sie unzertrennlich.

Den großen, romantischen Antrag auf Knien im Kerzenschein und mit roten Rosen hat es nie gegeben. „Den brauche ich auch nicht zum Glück“, erklärt die Braut. Wichtiger ist ihr, dass sie spürte: Wir gehören zusammen. Auf die Frage von Enrico, ob sie ihn heiraten würde, gab es daher ein klares Ja. „2011 ist unser Jahr, da passt einfach alles und die Hochzeit ist das i-Tüpfelchen“, sagt Antje, die seit gestern den Namen ihres Mannes trägt.

Im Mai ist der gemeinsame Sohn Paul geboren, sie haben den großen Bruder Erik eingeschult und die Kindesweihe von Paul gefeiert. Alle vier freuen sich auf den Umzug in die erste gemeinsame Wohnung. Noch vor Weihnachten wollen sie ihr Nest in der Bahnhofstraße bezogen haben. „Zur Hochzeit kommt der Umzugsstress“, freuen sie sich auf die gemeinsame Zukunft in der großzügigen 5-Raum-Wohnung.

Von der magischen Zahlenkombination waren Antje und Enrico von Anfang an fasziniert. „Für uns gibt es kein besseres Hochzeits-Datum“, sind die zwei überzeugt. Die Schnapszahl ist für sie daher auch keine Schnapsidee. „Bis zum 12.12.2012 wollten wir nicht mehr warten“, erklärt der frisch gebackene Ehemann.

Beide sehen die magische Kraft des besonderen Datums als Glücksomen. „Wir sind nicht abergläubisch“, lachen sie alle Zweifel weg. Allerdings geben sie zu: „Die Familie war schon etwas von den Socken, als sie Datum und Uhrzeit auf der Einladung entdeckten.“

Weil das Paar ursprünglich ganz klein, im engsten Familienkreis heiraten wollte, haben sie das Standesamt in Ruhland ausgewählt. Dass sich beide trauen wollen, hat sich trotzdem schnell in Ortrand herumgesprochen. In der Kleinstadt ein Geheimnis zu hüten, ist schwer. „Irgendwo mussten wir ja die Blumen und den Kuchen bestellen.“ Mit dem Paar freut sich der große Freundeskreis. „Meine Freundinnen haben mir einen tollen Junggesellenabschied geschenkt“, ist Antje noch immer überwältigt von den Ideen. Trauzeugin Nadine Weinert hat dafür alle Register gezogen.

Nach Hochzeit, Umzug und Babyjahr will die junge Ehefrau wieder im Berufsleben Gas geben.