jetzt nach Wegen zu effektiveren Netzwerken. Dazu gab es dieser Tage im Rathaus Doberlug-Kirchhain einen Entwicklungsworkshop, bei dem Gabriele Harrer vom Malik Management Zentrum aus St. Gallen (Schweiz) interessierten Unternehmern, Vereinsvertretern und Vertretern kommunaler Verwaltungen die Methode des Sensitivitätsmodells vorstellte. Der allgemeine Tenor des ganztägigen Meinungsfindungsprozesses lautete: "Nur miteinander können wir alle voneinander profitieren." Nach der Gründung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Elbe-Elster und der Bestätigung als Leader-Region in Zusammenarbeit mit dem Wald- und Heideland e.V. geht es dem Wirtschaftsraum Schraden e.V. um die Optimierung innerer Prozesse. Dazu empfahl die Referentin den Systemansatz nach Frederic Vester, "die Welt als vernetztes System zu sehen". Wenn der Blick auf das Ganze fehle, bestehe die "Gefahr des Herumschraubens" und der Verzettelung. Sich zu früh und damit zu eng gefasst auf ein Ziel zu fixieren, berge die Gefahr, das Zusammenspiel zu vernachlässigen. Der richtigere Ansatz sei, Zusammenhänge zu erkennen, daraus Szenarien zu entwickeln und sinnvolle Steuerhebel zu finden, so Harrer. "Alles andere kostet zu viel Energie und Geld", rannte sie bei den Workshop-Teilnehmern offene Türen ein.Den Wirtschaftsraum Schraden als ein Gebilde zu verstehen und ganzheitlich zu betrachten, dabei auch unsichtbare und deshalb unbewusste Beziehungen aufzuzeigen, erhofft sich der neue Vorstandsvorsitzende Bodo Broszinski, Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, von diesem Prozess. Dr. Georg Wagener-Lohse von der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien merkte an: "Wir suchen immer nach neuen Ansiedlungen, ohne uns auf das zu besinnen, was da ist. Wenn aber alle das Gleiche versuchen, kann das nicht funktionieren." Er sehe noch Reserven in der kommunalen Zusammenarbeit. Nicht zuletzt auf touristischem Gebiet, so auch andere Workshopteilnehmer, müsse mehr kooperiert werden. Erika Noack, Personaldienstleisterin aus Hirschfeld, fasste zusammen: "Was wir für selbstverständlich halten, sind eigentlich unsere guten Potenziale, die wir nur richtig vermarkten müssen." Für Grit Noel vom Grödener Landhaus heißt das, dass "man versuchen muss, Stroh zu Gold zu spinnen". Was Regionalmanagerin Katrin Dehmel zu der Schlussfolgerung veranlasste: "Wir müssen miteinander reden und unsere Produkte gut am Markt platzieren.""Keine Kommune kann alles haben", fasste Bodo Broszinski die Überlegungen der Runde zusammen. Das Kirchturmdenken aufzugeben, sei jedoch häufig nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. "Wenn das Geld immer knapper wird, muss die Frage beantwortet werden, welche Standards leisten wir uns noch? Ohne Neid die Stärken der einzelnen Kommunen herauszuarbeiten", sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Broszinski. leh