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Mit dem Paddelboot auf Fuchsjagd

Mit dem Funkgerät auf der Pirsch. Im Burger Spreewald waren die Fuchsjäger unterwegs. Foto: peb1
Mit dem Funkgerät auf der Pirsch. Im Burger Spreewald waren die Fuchsjäger unterwegs. Foto: peb1 FOTO: peb1
Burg. Wer beim Stichwort Fuchsjagd an dahinpreschende Jäger hoch zu Ross denke, ist auf dem Holzweg. Am Wochenende sind die "Jäger" in Burg mit Richtantennen auf die Pirsch, und zwar nicht auf Pferderücken, sondern im Paddelboot gegangen. Peter Becker

Die Geräte sind abenteuerlich bis hochmodern. Es sind Hightech-Geräte mit Satellitenortung oder nur notdürftig geflickte Plastikschachteln mit einer Fahrradspeiche als Antenne. Die Kopfhörer entsprechen dem neuesten Stand der Technik oder stammen aus alten Militärbeständen. Letztlich reichen alle Geräte für den zugedachten Zweck voll aus: das Anpeilen eines Senders, der irgendwo im Spreewald versteckt ist.

"Füchse" werden diese Sender genannt. Nur alle fünf Minuten senden sie für jeweils eine Minute ein Signal. "Normalerweise sind die Sender im Wald versteckt und werden auf möglichst kurzen Wegen aufgesucht. Das mit den kurzen Wegen geht im Spreewald nur bedingt", erklärt Detlef Klauck vom ausrichtenden Deutschen Amateur Radio Club Cottbus. Erstmalig wurde dieser Funksport-Wettkampf mit Paddelbooten ausgeführt. "Wir sind stolz auf unsere Idee, die uns sogar eine Deutschlandpremiere beschert", sagt Klauck.

Bei der Fuchsjagd war es den Sportlern überlassen, welche Sender sie zuerst anfuhren und welche später, ob sie die erste Fließabzweigung oder die zweite nahmen. Aber möglicherweise kam danach lange keine Abzweigung mehr und sie mussten zurückpaddeln. Dabei ging wertvolle Zeit verloren.

Die Chemnitzerin Anja Hilbert ist Mitglied der Nationalmannschaft und freute sich über ihren Start in Burg: "Ich kann bei diesem Sport Kopf und Körper verbinden. Je schneller ich laufe und dabei die richtige Strategie verfolge, desto größer sind meine Siegchancen. Heute werden die Beine geschont, aber meine Arme nicht. Mal sehen, wie das hier ausgeht." Die beiden Berliner Claudia Böhler und Marcus Gottwald sehen es ähnlich: "Ich bin begeisterter Funkamateur. Damit ich auch mal vom Stuhl runter komme, ist die Fuchsjagd ein idealer Ausgleich, der Hobby und Bewegung verbindet. Und glücklicherweise habe ich eine sportliche Partnerin, die meine Leidenschaft teilt."

Schnell und fehlerfrei waren am Ende Christian und Katrin John unterwegs. Die Dresdner gewannen die erste Spreewald- und Deutschland-Fuchsjagd per Paddelboot. Sie waren am Ende vor allen anderen am Ziel, der Jugendherberge in Burg, angekommen.