. 633 Erwachsene aus Südbrandenburg und Nordsachsen besuchen derzeit die Berufliche Schule für Sozialwesen in Cottbus. Das Haushaltsbegleitgesetz, in dem die Einschnitte beschrieben sind, würde die Cottbuser besonders hart treffen. Am Freitag steht das Gesetz im Landtag zur Abstimmung. So sollen der Schule in den nächsten drei Jahren 46 Prozent der Zuwendungen gekürzt werden. "Das wäre für uns das Aus", sagte Schulleiterin Manuela Magritz am Rande einer politischen Weihnachtsfeier im Cottbuser Weltspiegel am gestrigen Dienstag. Mit Theater- und Musikaufführungen protestierten Schülerinnen und Schüler der Einrichtung gegen die Kürzungspläne der rot-roten Landesregierung.

Das Bildungsressort soll nach dem Willen der Landesregierung im nächsten Jahr 24 Millionen Euro einsparen, davon knapp fünf Millionen bei den privaten Schulen. Seit Bekanntwerden der Kürzungsvorhaben gab es immer wieder Protest. Viele Schulen in freier Trägerschaft sehen ihre Existenz bedroht. Viele müssten ihre Beiträge so stark erhöhen, dass kein freier Zugang mehr gewährleistet wäre. Auch die Schule für Sozialwesen in Cottbus könnte die Einschnitte nur mit Schulgeld kompensieren - 200 Euro pro Person und Monat. Leiterin Magritz hat nach eigenen Worten in den vergangenen Wochen bei vielen Politikern vorgesprochen, um auf diesen Missstand hinzuweisen. "Offensichtlich wurden wir gehört", sagte sie. So habe Bildungsministerin Martina Münch (SPD) angedeutet, die Pläne zu überarbeiten. Demnach müsse die Schule für Sozialwesen nur Kürzungen von 10 Prozent verkraften. "Das könnten wir wahrscheinlich noch kompensieren", so Manuela Magritz.

"Ich bin gegen die Kürzungspläne", sagte Michael Schierack, gesundheits- und wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag, der RUNDSCHAU auf Nachfrage. Dass die Einschnitte bei den freien beruflichen Schulen nun wahrscheinlich geringer als befürchtet ausfallen, begrüße er. Andere private Einrichtungen, wie zum Beispiel Grundschulen, müssten aber auch weiterhin mit massiven Kürzungen rechnen. "Das kann ich nicht akzeptieren", so Schierack weiter. Alle Schulformen müssten grundsätzlich für allen Menschen offen sein.

Auch der Cottbuser Landtagsabgeordnete Jürgen Maresch (Linke) hatte Münch in den vergangenen Wochen scharf kritisiert. In einer Kleinen Anfrage im Landtag hatte er kürzlich gefragt, ob die Landesregierung die Sorgen der Schule für Sozialwesen ernst nehme. Schriftliche Antwort: "Die Sorgen werden sehr ernst genommen."