Obwohl es zunächst keine offizielle Erklärung gab, sprach die beigeordnete Bildungsministerin Nadine Morano wenige Stunden später bereits von der Geburt, als sei sie seit Langem Allgemeinwissen. „Es ist ein frohes Ereignis“, meinte sie im TV. Staatschef Nicolas Sarkozy sei sehr besorgt gewesen um seine Frau. Die Klinik war auch am Donnerstag von Paparazzi belagert.

Die Umstände der Niederkunft waren so ungewöhnlich wie die Schwangerschaft selbst. Die war offiziell auch nie bekannt gegeben worden – und heizte damit umso mehr die Gerüchteküche an. Die Zeitung „Le Parisien“ (Donnerstagausgabe) rekonstruierte den entscheidenden Tag – demnach war die „Baby-Kommunikation“ des präsidialen Paares minimal: Am Morgen wurde Carla von ihrem Mann diskret in die Klinik begleitet. Sarkozy leitete dann den Ministerrat ohne jegliche Bemerkung, bevor er mit einer Abgeordneten-Gruppe speiste. Denen berichtete er zwar von seiner kurzfristig angesetzten Krisenreise in Sachen Euro zu Kanzlerin Angela Merkel – aber trotz eines privaten Anrufs auf dem Handy nichts über seine Vaterfreuden.

Eine halbe Stunde blieb ihm dann am Nachmittag, um schnell noch bei seiner in den Wehen liegenden Frau in der Klinik vorbeizuschauen. Danach ging es in den Flieger nach Frankfurt, zum Treffen mit der Kanzlerin. Vor dem wichtigen EU-Gipfel in Brüssel galt es, noch schnell Hürden fürs Euro-Rettungspaket aus dem Weg zu räumen.

Im schwer abgesicherten und abgesperrten Krankenhaus gelang Carla mit der Geburt derweil die Doppel-Premiere: Es ist nicht nur das erste Mal überhaupt, dass eine französische Präsidentengattin ein Kind zur Welt bringt, sondern auch Brunis erstes gemeinsames Kind mit Sarkozy (56). Das Mädchen wurde in eine Patchwork-Familie mit vier Söhnen und einem Enkel geboren – und dürfte dem präsidialen Papa im bevorstehenden Wahlkampf sicher auch so manche Sympathie einbringen. Auch wenn eine am Donnerstag verbreitete Umfrage Carla Bruni-Sarkozy recht zu geben scheint, die den Franzosen nachsagte, sich nicht für so etwas Banales wie eine Geburt zu interessieren.

Denn nach einer vom Institut TNS Sofres erstellten Umfrage fordert eine Mehrheit der Befragten von der Partnerin des Staatschefs Diskretion. Sarkozy hatte selbst die Erfahrung machen müssen, als er nach anfänglich öffentlicher Zurschaustellung seines Familienglücks in den Umfragen abrutschte. Der Beginn seiner Beziehung mit Carla fand in den Medien größte Aufmerksamkeit.

Zum Thema:

Spätes Glück: Berühmte Mütter über 40Gianna Nannini: Die italienische Rocksängerin wurde im vergangenen Jahr mit 54 Jahren zum ersten Mal Mutter. Geena Davis: Die US-Schauspielerin wurde mit 47 Jahren Mutter von Zwillingen. Cherie Blair: Die Frau von Großbritanniens Premier Tony Blair war 45 Jahre alt, als sie 2000 ihr viertes Kind bekam. Bärbel Schäfer: Die Fernsehmoderatorin brachte mit 44 Jahren einen Jungen zur Welt.Madonna: Die Pop-Ikone wurde im Alter von 41 Jahren von ihrem zweiten Kind entbunden.