Bis zur letzten Minute am späten Samstagnachmittag hatten sie die Lotto-Annahmestellen gestürmt. Überall kreuzten Tipper ihre sechs Zahlen an - und hofften, die richtige Kombination unter den 140 Millionen möglichen zu treffen. Und dann haben sie gebangt: Dass sie weder in ihrer Badewanne ertrinken, noch bei einem Flugzeugabsturz sterben und auch nicht von einem Hund zu Tode gebissen werden - obwohl das alles sehr, sehr viel wahrscheinlicher ist als der Lottogewinn. "Der Traum vom Sechser im Lotto ist einfach stärker als jede Wahrscheinlichkeitsrechnung", sagt Lotto-Sprecher Klaus Sattler. Am Ende waren es 14 Tipper, die ihre Kreuzchen bei den Zahlen sieben, neun, elf, 14, 17 und 31 machten - aber nur zwei von ihnen hatten auch die Superzahl zwei und wurden so auf einen Schlag zu Multi-Millionären. Der Gewinn kommt als herkömmliche Banküberweisung in Höhe von 17523 606,50 Euro. Steuerfrei. "Ich gehe mal davon aus, dass die beiden Glückspilze einige schlaflose Nächte hatten", sagte Lotto-Sprecher Sattler am Montag. Jetzt gelte es, kühlen Kopf zu bewahren. "Am besten, man schnauft dann erstmal kräftig durch und wartet, bis etwas Gras über die Sache gewachsen ist. Auf jeden Fall sollte man nicht gleich auf Einkaufstour gehen." Wer überall herumposaune, wie reich er jetzt ist, gewinne vermutlich sehr schnell viele falsche Freunde. Bei den 24 000 Lotto-Annahmestellen im Bundesgebiet kehrte am Montag wieder Ruhe ein. 127,3 Millionen Euro hatten Tipper dort allein für die Samstagsziehung gesetzt - ein Vielfaches vom normalen Umsatz. Die Chefin einer Lotto-Annahmestelle in Tübingen hatte am Samstag zwei zusätzliche Aushilfen eingestellt und ihr kleines Geschäft um drei Stehtische erweitert. Jetzt atmet sie auf: "Wenn der Ansturm nach einem solchen Riesen-Jackpot vorbei ist, ist man doch auch wieder froh", sagte sie.