Etwa drei Millionen Menschen wurden durch die Wassermassen vertrieben.
Der Wasserspiegel steigt im Überschwemmungsgebiet noch und überflutet dem Bericht zufolge weitere Teile des Landes. Rettungsarbeiten laufen nur schleppend an. Flutopfer beklagen, dass die Regierung nur in ungenügendem Maße Nahrungsmittel und Medikamente an Bedürftige verteilt.
Noch immer sollen rund 200 000 Menschen von den Wassermassen eingeschlossen sein. Es soll die schlimmste Flut in der Region seit 50 Jahren sein. Indiens Premierminister Manmohan Singh nannte die Überschwemmung eine "nationale Katastrophe". Der Kosi-Fluss an der Grenze zu Nepal war Mitte August wegen des heftigen Monsun-Regens über die Ufer getreten und hatte große Teile von Bihar überflutet. Ein Damm in Nepal brach. Die Gegend gilt als extrem arm, selbst für den wirtschaftlich wenig entwickelten Bundesstaat.
Verzweifelte Menschen plünderten in Madhepura ein Lager mit Nahrungsmitteln. Auch Lastwagen mit Hilfsgütern wurden gestoppt und leergeräumt. Etwa 15 Menschen ertranken, als zwei überfüllte Rettungsboote, die Flutopfer in Notcamps bringen sollten, kenterten. Die Armee erklärte, sie wolle weitere Soldaten nach Bihar schicken. Experten zufolge kann es noch mindestens 15 Tage dauern, bis der gebrochene Damm des Kosi-Flusses in Nepal provisorisch repariert ist. Auch im nordöstlichen Bundesstaat Assam trat der Brahmaputra-Fluss über seine Ufer und überschwemmte rund 100 Dörfer. (epd/bw)