Mehr als 80 Fahrzeuge zählt sein „Blaulichtmuseum“ inzwischen. „Die meisten davon sind fahrbereit“, sagt der 51-Jährige stolz. Daneben können Besucher Radios und Fernseher von einst bestaunen und durch einen Laden bummeln, in dem von Tempo-Erbsen über Suppina-Zwiebelsoße und Action-Haarspray bis zu Dederon-Schürzen keine Errungenschaft der DDR-Konsumgüterindustrie zu fehlen scheint.
Im Mittelpunkt stehen jedoch die Fahrzeuge, die der gelernte Biomedizintechniker seit der Wende zusammengetragen hat. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, sich auf so etwas einzulassen“, sagt er. „Aber ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Autos, besaß schon zu DDR-Zeiten alte Opels. Nach dem Umschwung wurde mir ein Feuerwehr-Auto angeboten, und irgendwann wurden es mehr und mehr.“ 2002 kaufte der Sammler, der im brandenburgischen Wittenberge gleich über die Elbe zu Hause ist, das Grundstück in Beuster, auf dem nun ein Teil der Autos ausgestellt ist.
Ein Barkas-Rettungswagen der „Schnellen Medizinischen Hilfe“ ist dabei, der sogar im Film „Good Bye Lenin“ zu sehen war. In einer Halle stehen Dutzende Fahrzeuge der Volkspolizei, darunter Streifenwagen vom Typ Wolga, Lada, Wartburg, ein B 1000 der Verkehrsunfallbereitschaft und einer der Kriminaltechnik. Gleich nebenan ist die Feuerwehr mit Löschpumpenfahrzeugen, Drehleitern und Schlauchwagen vom Typ Ifa S 4000 oder W 50 präsent.
Die Militärsammlung umfasst zahlreiche Fahrzeuge vom UAS-Jeep bis hin zum Kras-Pritschenwagen – alle hergestellt in der ehemaligen UdSSR.
Von Hagens ganzer Stolz ist indes eine Tschaika-Limousine sowjetischer Bauart, in der sich zwischen 1961 und 1979 Mitglieder des DDR-Staatsrates durch ihren Arbeiter- und Bauernstaat chauffieren ließen. „Der Wagen ist äußerst komfortabel, hat 195 PS, Automatikgetriebe und Servolenkung“, sagt er. Der Verbrauch der 5,6 Liter-Maschine von 25 Litern auf 100 Kilometer sei allerdings aus heutiger Sicht jenseits von Gut und Böse.
In der Garage gleich nebenan steht ein dunkelblauer Volvo Baujahr 1986, den einst Stasi-Chef Erich Mielke nutzte. „Während der normale DDR-Bürger Trabi fahren musste, gönnten sich die Oberen Fahrzeuge aus dem Westen“, sagt von Hagen. Interessantes Detail: „Mielkes Volvo war 20 Zentimeter länger als die normale Version, Erich Honeckers Volvo war hingegen 50 Zentimeter länger.“ Von Hagen wird in seinem privaten Museum von einem Dutzend Helfern und einem Museumsverein unterstützt. Liebevoll pflegen sie die Fahrzeuge, reparieren und erneuern sie.
Rund 10 000 Besucher jährlich zählte das Museum zuletzt, das nach den Worten seines Gründers die Technikgeschichte zeigen, aber keinesfalls die DDR verherrlichen will. Staatliche Unterstützung gibt es – abgesehen von ein, zwei befristeten ABM-Stellen – kaum.
Dennoch hat von Hagen viele Zukunftspläne: „Mein Traum wäre eine neue große Halle, um die Fahrzeuge besser präsentieren zu können.“