Welche Neuregelungen gibt es bei den Premium-Diensten„
Zu den Premium-Diensten zählen Telefonnummern, die mit den Ziffern 0900 beginnen. "Bislang galt für diese Verbindungen ein Höchstpreis von zwei Euro pro Minute. Künftig sind es drei Euro in der Minute, wenn der Dienst zeitlich abgerechnet wird", sagt Christian Spahr vom Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und Medien (Bitkom) in Berlin. Doch nicht alle Details haben sich geändert. "Geblieben ist der maximale Höchstpreis von 30 Euro pro Verbindung, der von 0900er-Anbietern nicht überschritten werden darf." 0900er-Nummern werden unter anderem von Verbraucherzentralen zur Kunden- oder Rechtsberatung genutzt. Aber auch zahlreiche Erotik-Anbieter setzen auf diese Vorwahl.

Was erwartet Kunden bei der Telefonauskunft“
Wählt ein Verbraucher Informationsdienste wie die Telefonauskunft, müssen die Kosten dafür jetzt zu Gesprächsbeginn angesagt werden. "Dies gilt aber nur, wenn der Auskunftsservice mehr als zwei Euro pro Minute kostet", sagt Christian Spahr. Das trifft auf alle Telefonnummern zu, die mit 118 beginnen. Alle Auskünfte, die unter diesem Tarif liegen, müssen auch künftig nicht extra angesagt werden. Die Kosten für die Telefonauskunft müssen aber ausführlich in der Werbung im Kleingedruckten genannt werden. Für Hotlines, die mit 0180 beginnen, gilt diese Ansagepflicht nicht. Diese Nummern werden oft von Unternehmen geschaltet und kosten höchstens 20 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. In der Werbung muss über den Tarif informiert werden.

Was hat sich bei den SMS-Info-Diensten geändert„
Mobilfunk-Kunden können sich zahlreiche Informationen direkt aufs Handy schicken lassen. Dazu zählen beispielsweise Nachrichten aus aller Welt, Meldungen zu möglichen Staus im Straßenverkehr oder Börsenkurse bestimmter Aktien und Fonds. Aber auch kostenpflichtige Klingeltöne und Hintergrund-Bilder fürs Handy gehören dazu. Diese Service-Dienste sind jedoch nicht mit 19 Cent pro SMS abgegolten, sondern kosten meist wesentlich mehr. "Für SMS-Infodienste gelten künftig ähnliche Pflichten wie für die Telefonauskunft. Ab zwei Euro muss der Preis in einer vorgeschalteten Textnachricht angezeigt und anschließend vom Kunden bestätigt werden", sagt Bettina Seute vom Verbraucherportal Teltarif.de in Göttingen. "Auf diese Weise wird für Verbraucher bei derartigen Diensten künftig mehr Sicherheit und eine bessere Preistransparenz gewährleistet", betont sie.

Welche Kosten entstehen für Mobilfunk-Kunden“
Verbraucher sollten wissen, dass die in der Werbung ausgewiesenen Tarife für Premium-, Auskunfts- und andere Sonderrufnummern abweichen können. Diese Dienste kosten über das Handy nicht unbedingt dasselbe wie bei einem Abruf über das Festnetz. "Daher müssen Kunden nun in der Werbung darüber informiert werden, dass vom Mobilfunknetz aus andere Preise gelten", sagt Seute. Auch Vertragskunden und Nutzer von aufladbaren Karten (Prepaid) müssen mit Preisdifferenzen rechnen.

Was gilt bei Auslandstelefonaten mit dem Handy?
"Alle Mobilfunk-Unternehmen müssen jetzt die neue EU-Richtlinie zum Telefonieren im Ausland umgesetzt haben", berichtet Christian Spahr. Abgehende Auslandstelefonate innerhalb Europas dürfen demnach nur noch maximal mit 58 Cent pro Minute berechnet werden, ankommende Anrufe dürfen höchstens 29 Cent pro Minute kosten.