Für die Untersuchung wurden 221 Arbeitsrechtsprozesse ausgewertet, die zwischen August 2003 und September 2006 an 33 Arbeitsgerichten in zwölf Bundesländern entschieden wurden. In allen untersuchten Fällen ging es um Klagen gegen betriebsbedingte Kündigungen einer Elektronik-Handelskette.

Einfluss auf das Urteil der Richter hatten neben der Arbeitsmarktlage vor allem Unterhaltsverpflichtungen der Kläger gegenüber Kindern. Demgegenüber spielten Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, der Familienstand oder auch das Geschlecht eine deutlich geringere Rolle für die Erfolgsaussichten einer Klage.

Der Studie zufolge gibt es aber einen gewissen Solidaritätsbonus: So setzten sich Klägerinnen in Verfahren mit einer mehrheitlich weiblich besetzen Kammer eher durch, während Kläger von einer überwiegend mit Richtern besetzten Kammer profitierten. Außerdem stiegen die Chancen gekündigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihren Arbeitsrechtsprozess zu gewinnen, wenn sie von einem Gewerkschafts-Anwalt vor Gericht vertreten wurden.