Fast alle Menschen erleben Stimmungsschwankungen im Herbst und Winter, manchmal schon ab Ende September. Viele fühlen sich dadurch kaum beeinträchtigt. Doch andere werden schwermütig und lethargisch und ziehen sich von ihren Mitmenschen zurück. Sie entwickeln Heißhunger auf Süßigkeiten und auf schwere Speisen wie Eintopf- oder Nudelgerichte, legen an Gewicht zu und würden am liebsten rund um die Uhr schlafen – Symptome, die für andere Formen der Depression eher untypisch sind. Die meisten leiden unter milderen Formen der Erkrankung, doch bei einigen gerät der Alltag völlig durcheinander.

Wann „Trübsal blasen“ zum Krankheitsbild wird. Von einer saisonal abhängigen Depression oder Winterdepression spricht man, wenn Menschen in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren in den Herbst- und Wintermonaten unter einer depressiven Stimmungsveränderung leiden. Wenn die Tage länger und heller werden, klingen die Symptome wieder ab. Selbsthilfe- und Therapiemöglichkeiten gegen diese Verstimmung beschreibt Stiftung Warentest nachfolgend.

Anerkannte Therapie. Ein anerkanntes Verfahren zur Behandlung der Winterdepression ist seit einigen Jahren die Lichttherapie. Denn der Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit ließ sich als eine der Hauptursachen für die Verstimmungen beweisen. Etliche psychiatrische Kliniken wenden die Behandlung in ihren Tageskliniken, aber auch für stationäre Patienten an. Einige niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten setzen sie ebenfalls ein. Im Handel gibt es auch Lichttherapiegeräte für den Hausgebrauch.

Geräte mit weißem und blauem Licht geprüft. Drei Leuchten von Philips und Medisana hat die Stiftung Warentest exemplarisch geprüft. Ähnliche Produkte gibt es von anderen Firmen. Bei der Auswahl eines Geräts sollte man darauf achten, dass es kein UV-Licht abgibt – wegen möglicher Risiken für Augen und Haut. Diese Anforderung erfüllten die geprüften Geräte, und sie waren auch hell genug für eine Anwendung bei Verstimmungen. Bei den Modellen handelt es sich um die Medisana Lichtdusche für etwa 100 Euro und das Gerät Philips EnergyLight HF 3319 für etwa 200 Euro – beide mit weißem Licht. Blaues Licht spendet die Philips goLite Blu EnergyLight für etwa 250 Euro. Wie das Verbrauchermagazin schreibt, deuten neuere Studien darauf hin, dass vor allem blaues oder blauweises Licht die Stimmung positiv beeinflusst.

Vor Eigenbehandlung zum Arzt. Um eine Winterdepression zu behandeln, gilt eine Beleuchtungsstärke zwischen 2500 und 10 000Lux als angemessen. Je heller die Leuchte, um so kürzer die Behandlungszeit: Bei 10 000 Lux reicht meist eine halbe Stunde täglich. Die Patienten sitzen mit offenen Augen etwa einen halben Meter vor dem Leuchtschirm. Währenddessen können sie frühstücken, Zeitung lesen oder arbeiten, sollten jedoch regelmäßig in Richtung Lichtquelle blicken. Wer in Eigenregie eine gezielte Lichttherapie machen will, sollte vorher am besten zum Arzt gehen. Der kann untersuchen, ob eventuell andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen für die depressive Stimmung verantwortlich sein können. Bei einer anhaltenden Depression kann der Arzt auch Medikamente verordnen. Bei leichtem Winterblues reicht es nach Ansicht von Stiftung Warentest oft schon aus, sich im Alltag mehr Licht zu verschaffen – in der Wohnung oder am Arbeitsplatz oder noch besser beim Aufenthalt im Freien.

Ausführlich in test 11/11 von Stiftung Warentest