Im Ausschuss für Kreisentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt fand ein von der Verwaltung vorgelegter Entwurf am Mittwochabend ungeteilte Zustimmung.

Wesentliche Veränderungen gegenüber der seit dem Jahr 2002 geltenden Verordnung ist, dass im Innenbereich – also in den mit einem Bebauungsplan versehenen Gebieten in den Ortschaften – Nadelgehölze, Pappeln und Robinien nicht mehr unter Schutz gestellt sein sollen. Das trägt auch der Situation Rechnung, dass zum Beispiel viele der vor mehr als 20 Jahren gepflanzten Blaufichten inzwischen so groß geworden sind, dass sie zu dicht an die Häuser herangewachsen sind. Die Bruchgefahr bei den Pappeln sei ein weiteres Argument für ein großzügigeres Vorgehen, erklärt Dr. Thomas Spillmann-Freiwald von der unteren Naturschutzbehörde. Gegenwärtig sind auch Nadelgehölze, Pappeln und Robinien im Innenbereich ab 80 Zentimeter Stammumfang geschützt.

Schutzgegenstand sollen nach dem Entwurf der neuen Verordnung nur noch Bäume ab einem Stammumfang von 100 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe, sein. Nur fünf langsam wachsende Baumarten sind bereits ab 50 Zentimeter Baumumfang geschützt. Das sind: Stileiche, Traubeneiche, Rotbuche, Eberesche und Rotdorn.

Außerdem, so erklärt Angela Wilde von der Naturschutzbehörde, sei die Verordnung übersichtlicher gestaltet, indem Verbote und zulässiges Handeln klar voneinander getrennt dargestellt sind. Außerdem werde ein jetzt intern angewandter Katalog über die Berechnung notwendiger Ersatzpflanzungen der Verordnung beigefügt. „Der Bürger kann damit gleich erkennen, was auf ihn zukommt, wenn er eine Ersatzpflanzung vornehmen muss“, so Angela Wilde. Den im Ausschuss vertretenen Landwirten konnte sie die beruhigende Antwort geben, dass das Freihalten der Ackerkante von überwachsenden Hecken und Baumkronen nach wie vor nicht beantragt werden muss. Eine vorherige Abstimmung sei jedoch wünschenswert, da man damit auf mögliche Anzeigen besser vorbereitet sei.

Stimmt der Kreistag am 28. November dem Entwurf der neuen Verordnung zu, dann tritt sie jedoch noch lange nicht in Kraft. Die Verwaltung erhält mit dem Beschluss lediglich grünes Licht, die Unterlagen auszulegen und die Träger öffentlicher Belange zu beteiligen. Hinweise, Kritiken und Widersprüche müssen anschließend ausgewertet, abgewogen und in der Verordnung entsprechend berücksichtigt werden. Ist das geschehen, hat der Kreistag erneut das letzte Wort zur überarbeiteten Vorlage. Dieser Abstimmungsprozess könnte sich bis Ende nächsten Jahres hinziehen, lautet die Prognose. Bis zur amtlichen Veröffentlichung der neuen Gehölzschutzverordnung gilt die derzeitige weiter, betonen die Fachleute in der Kreisverwaltung.

Übrigens: der vorliegende Entwurf der Gehölzschutzverordnung ist mit den Fachkollegen in der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz als ein gemeinsamer Standpunkt erarbeitet worden.