Wer bekommt das Fördergeld?
Bafög bekommen deutsche Studenten, unter bestimmten Voraussetzungen auch Schüler und ausländische Azubis - und zwar immer dann, wenn das Geld der Eltern nicht für Ausbildung oder Studium reicht. Wer Bafög will, darf zu Studienbeginn das 30. Lebensjahr nicht vollendet haben. Die Förderung beginnt ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde, frühestens allerdings mit Beginn des Studiums. Nach der Zwischenprüfung oder dem vierten Semester will das Amt für Ausbildungsförderung einen Leistungsnachweis sehen.

Gibt es Bafög für alle Studiengänge?
Nein. Förderfähig ist das Erststudium, der zweite Bildungsweg und ein sich daran anschließendes Studium werden aber meist auch gefördert. Auch ein Master-Studiengang ist Bafög-fähig, wenn er auf einem Bachelor-Studium aufbaut. Bafög-Studenten können bis zum Beginn des vierten Semesters die Fachrichtung wechseln. Allerdings muss es dafür dem Studentenwerk zufolge einen wichtigen Grund geben.

Wie hoch ist das Bafög?
Das ist individuell verschieden - nicht jeder Bafög-Empfänger bekommt den Höchstsatz von jetzt 643 Euro im Monat. Neben dem eigenen Einkommen oder Vermögen spielen auch Familienstand und Einkommen der Eltern sowie die Zahl der Geschwister eine Rolle. Das Kindergeld gilt nicht als Einkommen. Einen Unterschied bei der Bafög-Höhe macht auch, ob die Empfänger noch bei den Eltern oder allein wohnen. Wer noch bei den Eltern lebt, bekommt maximal 473 Euro - das sind ebenfalls knapp zehn Prozent mehr als bislang. Den voraussichtlichen Förderbetrag können sich Bafög-Interessenten beim Studentenwerk vorab ausrechnen lassen.
Wird der Nebenjob angerechnet?
Studenten dürfen ab sofort 400 Euro pro Monat verdienen, ohne dass sich die Höhe der Bafög-Förderung ändert. Zuvor lag die Höchstgrenze für Verdienste bei 350 Euro.

Wie lange gibt es das Fördergeld?
Die Höchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit, die in der Studienordnung des jeweiligen Fachs festgelegt ist - meist beträgt sie an Universitäten neun Semester. Die Höchstförderdauer besteht unabhängig davon, ob ein Student während der ganzen Zeit Bafög bekommen hat. Wer ein oder mehrere Semester ohne Bafög studiert, hat hinterher keinen Anspruch auf längere Förderung. Ausnahmen gelten zum Beispiel bei Krankheit oder Kindererziehung.

Und wenn ich im Ausland studieren will?
Sowohl Auslandsstudium als auch -praktikum können mit Bafög unterstützt werden. Seit Jahresanfang kann das gesamte Studium inklusive Abschluss in der gesamten EU und der Schweiz gefördert werden. Außerhalb der Europäischen Union ist zunächst bis zu ein Jahr förderfähig, insgesamt sind es fünf Semester. Maximal ein Auslandsjahr wird in der Regel nicht in die Förderhöchstdauer eingerechnet. Zusätzlich zum Bafög gibt es weitere Finanzhilfe, etwa für Krankenversicherung und Reisekosten.

Wie viel vom Bafög muss ich zurückzahlen?
Studenten-Bafög setzt sich meist zur Hälfte aus einem Zuschuss und einem zinslosen Darlehen zusammen. Das Darlehen beträgt seit Studienbeginn im März 2001 maximal 10 000 Euro. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer und dauert höchstens 20 Jahre. In der Regel beträgt eine Rate 105 Euro im Monat. Einen Teilerlass gibt es zum Beispiel für ein besonders schnelles und erfolgreiches Studium. Wer sehr wenig verdient, kann sich zudem von der Rückzahlung freistellen lassen.
(AFP/sha) Bafög-Antragsformulare im Internet : www.bafoeg.bmbf.de